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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
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Seite - 48 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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< A l b r e c h t VI . der Bedingung, das; er nie die deutsche Kaiserwürde annehmen dürfe. In Böhmen hatte eine Parcey Casimir, Bruder des Königs von Polen, zum Konig berufen. Dieser war mit einigen tausend Reitern nach Böhmen gekommen, wurde aber von A. schnell vertrieben, und schon am 20. Iuny 1433 trug der Sieger dieböhm. Krone. Im März d. I. war A. wirtlich zum deutschen Kaiser gewählt worden, und da die Ungarn ihn seines Versprechens entbanden, vereinigte er nunmehr drey Kronen auf seinem Haupte. Als Kaiser bewährte er sogleich den ausge- zeichneten Regenten. Er verbesserte die Rechtspflege, sorgte mit Strenge für die öffentliche Sicherheit und suchte die Vehmgerichte einzuschrän- ken. Nach vorlaufiger Beseitigung der deutsch, und böhm. Angelegen- heiten hielt er 1439 einen Reichstag in Ofen, schloß mit Georg Brankowicz, Despoten von Servien, ein Bündniß gegen die auch Ungarn bedrohenden Türken, und zog gegen dieselben zu Felde, als sie gleich darauf in Servien einbrachen. Nur schwach vom Adel unterstützt, musite er Zeuge der Einnahme von Sem en dria seyn; zwar riefen A.'s Vorwürfe und die drohende Gefahr jetzt zahlreichere Streiter herbey, allein die im Lager wüthende Ruhr verscheuchte sie wieder. Doch auch der Feind ward von demselben Übel zum Rückzug gezwungen. — A. selbst wurde davon befallen, tam sehr schwach nach Ofen zurück, und setzte, ärztlichem Rathe zum Trotze, die Reise nach Wien fort. Un- terwegs ereilte ihn der Tod am 27. Oct. 1439. Seine Gemahlinn ge- bar bald nachher einen Sohn, der als Ladislaus PostHumus den böhm., ungar. und ösU'rr. Thron bestieg; außerdem hinterließ A. zwey Töchter. Albrecht V I . , der Verschwender, ein Sohn des Herzogs Ernst des Eisernen, von der steyermärk. Linie und Bruder Friedrich's V., wurde 1418 geboren. Da er beym Tode seines Vaters 1424 noch minderjährig war, so führte sein Bruder Friedrich für ihn die Regierung bis zum Jahr 1438. Bey der Theilung in die väter- lichen Länder erhielt er die vorderösterr. Länder. Als Ladislaus der Nachgeborne, König von Ungarn und Böhmen und Herzog von Osterreich, SohnAlbrecht's V., ohne Leibeserben starb (1457), so siel das Herzogthum Osterreich an die drey Prinzen von der steyermärkischen Linie: S iegmund von Ttzrol, Friedrich V. (als Kaiser Fried- rich III.) und Albrecht V I . , zu dessen Besten Siegmund auf die Erbschaft Verzicht leistete, wofür er einen Theil von Kärnthen, Friedrich V. aber, auf den Antrag der Landstände, 1453 Niederöster- reich, und Albrecht VI . Oberösterreich erhielt. Die Hauptstadt Wien blieb den beyden Brüdern und ihrem Vetter Sieg mund gemein- schaftlich, so daß sie allen dreyen schwören musite, und jeder von ihnen seine besondere Wohnung in der Burg bekam. Das gute Vernehmen zwischen den beyden Brüdern dauerte indessen nicht lange, da A.'s Ehr- geiz und Verschwendung ihn antrieben, seinem Bruder, dem Kaiser/ Niederösterreich zu entreißen. Er unterstützte daher dessen unzufriedene Stände 1461 unter dem Vorwande, daß er bey der Landestheilung von 1458 versprochen habe, die Landstände bey ihren Freyheiten zu schützen, wobey er sich auf seine Bundesgenossen, den König Georg von Böh-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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