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Albrecht's Rarasicza - Canal. — Alcaini. 51
20 Jahre darauf ward ihm die ehrenvolle Anstellung als Capellmeister
der Metropolitankirche zu St. Stephan in W i e n zu Theil. 1799
erhielt er das Diplom als Mitglied der königl. Musikakademie zu
Stockholm. Er starb am 7. May 1809 zu Wien. — A. war
als trefflicher Orgelspieler berühmt, und auch seine ziemlich zahlreichen
Compositionen, die größtentheils diesem seinem Instrumente gewidmet
waren, werden mit Recht geschätzt, obgleich sie sich weit mehr durch
gründliche strenge Ausarbeitung, als durch Erfindung, Eigenthümlich-
keit und Ausdruck auszeichnen. Sein größtes Verdienst aber, wesihalb
wir seiner auch hier mit Ehren gedenken, war das eines überaus gründ-
lichen, fieisiigen, treuen Lehrers in der Composition. Als solcher hat er
viele treffliche Schüler gezogen, unter andern den grosien Beetho-
ven, ja fast alle Meister dieser Kaiserstadt genossen entweder eine Zeit-
lang seinen Unterricht, oder bedienten sich bey ihren vorzüglichern Ar-
beiten seines Raths und Urtheils. Aus seinen Unterrichtsstunden in frü-
heren Jahren bildete er später sein Werk: Gründliche Anweisung zur
Composition, (Leipzig, Breitkopf, 1790,) welches—wenn auch nicht
vollständig, noch weniger in streng systematischer Ordnung ^- das
enthält, was es verspricht, und vielleicht in den zahlreichen, sorgsam
ausgearbeiteten Beyspielen seinen größten Vorzug hat. Seine musikali-
schen Schriften erschienen von dem sehr competenten I gn . Ritter v.
S e y f r i e d in der neuesten Auflage, in 3 Bden. gesammelt und
redigivt, 1330 zu Wien bey dem für die musik. Kunst so verdienstlich wirk-
samen Kunsthändler Tob. Hasl inger unter dem Titel:/A.'s sämmt-
liche Schriften über Generalbaß, Harmonielehre und Tonsetzkunst zum
Selbstunterrichte; systematisch geordnet, mit zahlreichen Erläuterungen/
Beyspielen, und Beschreibungen aller jetzt gebräuchlichen Instrumente.
Albrecht's-Rarasicza-Canal in Ungarn, wurde 1793 auf
Kosten des edlen Menschenfreundes, Herzog Albrecht's von Sach-
sen-T eschen und seiner Gemahlinn, der Erzherzoginn Mar ia
Christina, zur Entwässerung des drey Meilen langen Morastes in der
Naranyer Gespanschaft ausgeführt. Er hat 13,313 Klft< in der Länge
und wurde im Herbst des Jahres 1311 zu Stande gebracht, wodurch
5702 Joch des schönsten Wiesenlandes der Versumpfung entrissen wurden.
Albr izzi , Isabella Teotochi, war geboren zu Bresc ia in
der Lombardie um 1770. Nach erhaltener sorgfältiger Erziehung heyra-
thete sie einen venet. Nobile und nach dessen Tode nach kurzem Wit-
weustande den ebenfalls edlen Venetianer Giuseppe A lbr izz i , mit
welchem sie in der glücklichsten Ehe lebte. Durch ihren Geist und lie-
benswürdigen Charakter erwarb sie sich nicht allein die Achtung und
Verehrung der ersten Gelehrten und Schriftsteller ihres Vaterlandes,
sondern auch auswärtiger Männer von Ruf. Sie gab im Druck her-
aus: Kitratti; Brescia 1307, eine Reihe vott Charaktergemälden in
Labruyere's Manier mit beygegebenen Porträten, welche mit allgemei-
nem enthusiastischen Beyfalle aufgenommen wurden.
Alcaini , die Grafen, gehören zu den Herren und Landständen im
Herzogthum Krain. Sie stammen aus einer altadeligen Familie der
vormahligen Republik Venedig, wo sich ein A. als Staatsanwald
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie