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«t A l x i n g e r.
und nach wiederhohltem Vordringen noch einmahl (14. Jan. 1797) bey
Rivo l i besiegt. Mantua ergab sich (den 2. Febr.) auf Capitulation,
die Reste der osterr. Armee zogen sich über die Piave zurück. A. konnte
wegen seiner geschwächten Gesundheit kaum die Beschwerlichkeit der Win-
terquartiere ertragen, daher der Kaiser das Obercommando dem Erzher-
zog Carl übertrug, und A. zum Commandirenden im Königreiche Un-
garn, und zum geheimen Rath ernannte. Obgleich er seitdem nicht mehr
auf dem Schlachtfelde erschien, so war doch sein Leben fortwahrend dem
Dienste des Staates geweiht. Die'Armee bedürfte einer neuen Ordnung
hinsichtlich der Montur, Bewaffnung u. s. w. A. wurde Präsident der
in dieser Sache niedergesetzten Commission, und kehrte nach verdienst-
voller Beendigung dieses Auftrags zu seinem Generalcommando zurück.
Bey der Krönung der Kaiserinn Mar ia Ludovica, als Königinn
von Ungarn, am 7. Sept. 1808, wurde er wegen seiner 57jährigen
Dienste zum Feldmarschall ernannt, und 1809 erhielt er das Großkreuz
des damahls gestifteten kaiserl. osterr. Leopoldsordens. Er starb am 25.
Nov. 1310 an einem Schlagfiusse zu Ofen, und mit ihm starb die Fa-
milie Alv in czy von Borberek aus.
Alxinger, Ioh . Bapt. Ritter v., Dr. der Rechte, Secretar
bey der k. k. Ober-Hoftheaterdirection in Wien, geb. das. den 24. Jan.
1755. Schon früh zeigte sich A.'s glückliches Talent, und sein vortreffli-
cher Lehrer, der berühmte Numismatiker Eckhel, flößte ihm eine feurige
Liebe zur alten classischen Literatur ein, durch deren gründliche Kenntniß
er sich nachher unter den vaterlandischen Gelehrten rühmlichst auszeich-
nete. Mit eben so großem Fleiße widmete er sich der Philosophie und
dann der Rechtsgelehrsamkeit, unter Mar t i n i ; er erhielt von der
Universität zu Wien die Doctorswürde, und nach glücklich bestandenen
Prüfungen die Stelle eines k. k. Hofagenten. Als 1794 der Freyherr
von Braun die Direction des k. k. Hoftheaters übernahm, wurde A.
bey derselben als Secretar angestellt, auch im nähmlichen I. durch den
Ritterstand ausgezeichnet. Als Literator besaß er, ohne eigentliche poetische
Kraft und Weihe, doch alle die Kenntnisse, die zu dem Nahmen eines
Gelehrten berechtigen. Seine Belesenheit in dengriech, und röm.Classikern
war überaus groß. Homer und V i rg i l waren besonders seine Lieblinge.
Den Letzteren wußte er beynahe ganz auswendig. Nicht minder vertraut
war er mit den classischen Werken der Franzosen, Italiener und Englan-
der. Er stand mit sehr vielen inlandischen und ausländischen Gelehrten in
Verbindung. Unter den Gelehrten des Auslandes waren Wieland,
Geßner, Uz, Ramler, Oleim, Göckingk, Adelutig, Heyno,
Biester, Manso u. a. m., die ihm ihre Achtung für sein Talent in
freundschaftlichen Zuschriften bezeigten. Er starb den 1. May 1797. —
A. undBlumauer waren, nebst Denis undMasialier, die ersten
Dichter in Wien, die sich auch im Auslande Ruf erwarben. A. hat sich
hauptsächlich durch seine romantischen Heldengedichte ausgezeichnet, aber
auch der lyrischen Dichtkunst, nicht ohne Glück seinen Fleiß gewidmet, so
wie er unter den deutschen Übersetzern eine ehrenvolle Stelle einnimmt.
Lebhafte Einbildungskraft, feines Gefühl und gefallige Leichtigkeit sind
seinen Leistungen im hohen Grade eigen, obschon sie sich, aller höhere
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie