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A m a d e. LH
Dichtergaben ermangelnd, niemahls zur poetischen Bedeutung erheben
und manche derselben fast nur Producte eines mühsamen Fleißes zu nen-
nen seyn möchten. In seinen Heldengedichten, welche ihm den meisten
Ruhm erwarben, erscheint A. als sehr talentvoller Nachahmer Wie-
land's, ohne jedoch dessen gefällige Grazie zu besitzen. Im Leben zeich-
neten ihn ein gefühlvolles Herz und ein heiterer Geist aus, die ihn zum
liebenswürdigen Gesellschafter und treuen Freunde machten. Das Verzeich-
nis; seiner schriftstellerischen Arbeiten ist folgendes: Gedichte, Halle, 1730
(herausg.v. F.I .Ried el) Leipz. 1784. 2 Thle. Klagenf.u. Laibach.—
Doolin von Mainz. Ein Rittergedicht in 10 Gesängen. Leipz. 1737,
2. verbess. Aufl. eb., 1797 mit Kupf. von John. — Bliomberis. Ein
Rittergedicht in 12 Gesängen, Leipz. 1791; neue Aufl. besorgt von
Seume, mitKupf.vonIohn, eb. 1302.—Numa Pompilius, nach
Florian. 2 Thle. Leipz. n. Klagenf. 1791. — Neueste Gedichte. Wien,
1794. Im I. 1793-unternahm A. die Herausgabe der österr. Monaths-
schrift, zu welchem Journale nachher noch vier seiner Freunde, Ios.
Schreyvogel, Ioh . v. Ehrenberg, Gott l ieb Leon und
Ios. v. Schwandner als Mitherausgeber beytraten. Beyträge hat
er geliefert zu den literarischen Monathen, dem Wiener Musenalmanach
(herausg. von Blumauer und Ratschky), Wieland's deutschem
Merkur, dem deutschen Museum, zu Arch enh olz's Literatur und Völ-
kerkunde, der Berl. Monathsschrift, der deutsch. Monathsschrift, zu
Schiller's Hören, und als ordentl. Mitarbeiter an der Jenaer allg.
lit. Zeitung, nahm er seit 1791 Antheil. Sämmtliche Schriften. 10 Bde.
Wien, 1312 m. K. In des Freyh. v. Oeymüller lieblichem Parke
zu Pötzleinsdorf nächst Wien umschließt eine Rotunde unter dich-
tem Gebüsche A.'s Monument.
Amade oder Gmodei, ein jetzt noch blühendes grast. Geschlecht
in Ungarn, das mehrere in der Geschichte des Landes berühmte Männer
aufzuweisen hat. Schon im 14. Jahrh, zeichnete sich der aus der Familie
des dritten christlichen Königs in Ungarn Ab a (st. 1044) abstammende
A., Obergespan des Zipser Comitats und Palatin des Königreichs
Ungarn unter Carl I. aus. Noch als Wenzel und Ottocar regier-
ten, hielt es A. schon mit Carl und suchte ihm die Krone zu ver-
schaffen. Unter mehreren Magnaten war auch er, als Carl und einige
Ungarn mit Rudolph, Herzog von Osterreich, gegen den König Wen-
zel und dessen Vater im I. 1304 ein Bündniß schlössen. Im I. 1311
wurde er von den unruhigen Deutschen in Ka schau grausam erschla-
gen.— So treu dieser A. dem Könige Carl war, so untreu waren
seine 4 Söhne: Johann, Nicolaus, David und Ladislaus.
Ein späterer A., Peter, öffnete das Thor der Festung Ungar isch-
Altenburg (in der Wieselburger Gespanschaft), wo er Capitän war,
auf Befehl des Palatins Steph. Bathory, als Ferdinand I. mit
seinem Heer im I. 1527 nach Ungarn kam, um davon Besitz zu nehmen,
und war auch in derFolgeFerdinanden treu. Bey der 1544 erfolgten
Einnahme der Festung Vissegrad, deren Capitän er war, ließ der
Feind Alles über die Klinge springen, bloß A. wurde durch den Pascha
Mehrn ed gerettet.
Oesterr. Nat. Encykl. Vd. I. 5
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie