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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
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Seite - 66 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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Amadc. — A m a l i e W i l he lm ine . Amade, LadiSl. Freyl)./ aus dem alten ital. Geschlechte Omodei, dessen Sprößling Lorenzo dem König Andreas I I . nach Palästina folgte/ und rückkehrend, wieder in Ungarn verblieb. Ladislaus war am Anfange des 18. Jahrh, geboren, bildete sich auf der Hochschule zu T y r n a u , wo er 1722 eine latein. Rede: Vit-wr in proelio 8. Ivo, drucken liesi, die er vor der akademischen Jugend mit Beyfall ge- halten hat. In der Folge widmete er sich dem politischen Fache und starb als tönigl. ungar. Statthaltereyrath zu Preßburg. — Er war in der ersten Hälfte des 18.Jahrh, der beliebteste Lyriker der Ungarn; seineLie- der wurden allgemein von den Schönen Ungarns gesungen, und noch vor wenigen Decennien, als dle deutsche Literatur in Ungarn noch nicht so tief gewurzelt war, lebten sie im Munde der Edleren fort, und hatten ihre eigenen Gesangsweisen. Handschriftlich werden sie in mehreren Pri- vatbibliotheken aufbewahrt; einzelne wenige lies; Kultsär in seinen Nulat8äA0k 1317 abdrucken. A.'s zurückgelassene Gedichte zerfallen in 2 Theile: 1)^äj I8 enekei, erotische Lieder, über 130 an der Zahl. 2) Zxerelmoi, ein lyrisch-beschreibendes Gedicht grösieren Umfanges, in den, zu jener Zeit so sehr beliebten Alexandrinern, wobey vier eine Strophe bilden. Dieß enthält die sämmtlichen Liebesabenteuer des Dich- ters, doch so, wie sie sind, mmder zur Publicität geeignet, wegenden zu genauen Angaben der Personen und Ortsverhältnisse. Seine geistli- chen Lieder: DuxAtt gxionelc 6nelc65 tokäZxko^äZai (Wien, 1755) sind bereits vergessen. Er dichtete auch treffliche latein. Lieder. Amaliewilbelmine, röm. Kaiserinn, Gemahlinn Jose pH's I., wurde geboren den 26. April 1673, Tochter des Herzogs Ioh . Friedr. von Braunschweig-Luneburg. Sie verlor ihren Vater schon in früher Kindheit und wurde sodann unter den Augen ihrer Mutter, einer Pfalzgräsinn aus der Linievon S im m ern, mit vieler Sorgfalt, größten- theils zu Par is , erzogen. 1699 wurde sie mit dem damahligen röm. Konig Joseph I. verlobt und hielt den 24. Febr. desselben Jahres ihren feyerlichen Einzug in Wien. Sie war ihrem Gemahl mit größter Liebe und Zärtlichkeit zugethan und folgte ihm sogar 1702 in den türkischen Feldzug. Untröstlich über die plötzliche und tödtliche Krankheit, welche Kaiser Joseph I. im blühendsten Alter hinwegraffte, verließ sie sein Nett bis zum letzten Augenblicke seines Lebens nicht. Sie hatte ihm nur 2 Töchter geboren: Mar ia Iosepha, undMaria Amalia. Oleich nach der Vermählung ersterer mit König August I I I . von Polen wollte sich die Kaiserinn in ein Kloster begeben, da sie jedoch viele Schwierigleitelf in der Ausführung dieses Vorsatzes fand, beschloß sie, selbst ein Kloster zu stiften, ließ zu diesem Behuf auf dem Renmz>eg in Wien einen gro- ßen Garten kaufen und legte 1717 mit großer Feyerlichleit den Grund- stein zu dem prächtigen Gebäude der Salesianerinnen. Nachdem sie frü- her zeitweise in demj nach ihr benannten Amalienhofe der kaiserl. Burg, zeitweise in dem, ihr'von Kaiser Carl V I . zum Witwensitze bestimmten LustschlosseSchönbrunn gewohnt hatte, bezog sie 1722 dieses Kloster, um sich daselbst der Einsamkeit zu widmen. Ihre reichen Einkünfte ver- wendete sie zu zahlreichen Wohlthaten, der vielen Pensionen nicht zu erwähnen, welche sie zu 2, 3, bis 800 und sogar 1000 Gulden aus-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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