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74 Ambrosi .-Ambrosianische Bibliothek.
führung gleich vortreffliches erhobenes Bild von weißem Marmor, den
himmlischen Väter vorstellend, wie er den vom Kreuze abgenommenen
Leichnam des Heilandes betrachtet, mit Attributen; die Opferung
Christi im Tempel, ein Werk des berühmten Alex. Co l in , von gelb-
lichem Sandstein hocherhoben gearbeitet; eine sehr schöne Gruppe in
Elfenbein rund geschnitten, ein mit Rosen bekränzter Mann, 2 Kna-
ben zu seinen Füsien vorstellend; die Anbethung der heil. 3 Könige, er-
hoben in Elfenbein. Unter den aus Holz geschnitzten Gegenständen
sind noch andere 3 Arbeiten Alex an d. Co lin's besonders sehenswerth,
welche den Raub der Sabinerinnen und 2 Schlachtstücke vorstellen. Im
13. und 14. Kasten sind Glasgemalde, gläserne und steinerne Gefäße
und die Sammlung der sogenannten Raphael'schen Vasen, in deren
Malerey übrigens der Styl der Florentinischen Schule nicht zu verkennen
ist, bemerkenswerth. Der 15. Kasten enthält merkwürdige Uhren, ma-
thematische Instrumente und mechanische Kunstwerke. Im 16. Kasten
befinden sich außer allerley merkwürdigem und altem Hausgeräthe einige
türkische, indianische und chinesische Stücke. Im 17. und 13. Kasten
sind verschiedene merkwürdige alte musikalische Instrumente enthalten,
worunter einige von der höchsten Seltenheit. Das sogenannte Oold-
cabinet verwahrt in Olasschränken eine Menge Kostbarkeiten von
Gold, Silber, Edelsteinen und Perlen, silberne und goldene, sowie
eine große Anzahl krystallener Gefäße von den verschiedensten For-
men, verschiedene Filigran-Arbeiten von Gold und Silber, des Erz-
herzogs Ferdinand Siegel, Ringe :c., eine ungemein schöne,
mit Diamanten und Rubinen reich verzierte Theekanne von Onyx, ein
goldenes Hifthorn :c., ferner, vielleicht das kostbarste Stück der ganzen
Sammlung, das berühmte Salzfaß oder den Tafelaufsatz, welchen
Benvenuto Cel l in i für den König Franz I. vonzFrankreich ver-
fertigte, und sodann Car l IX. dem Erzh. Ferdinand zum Geschenke
machte. Merkwürdig ist auch die Sammlung der Waffen KaiserCarl'sV.,
die mit Perlen gestickten großen sammtnen Hüte, sammt dem geweihten
Schwerte, sämmtlich Geschenke des Papstes an den Erzherzog. Die
vollständigste Beschreibung dieser merkwürdigen Sammlung ist das schätz-
bare Werk: Die k. k. Ambraser-Sammlung, von Alo ys Primisser,
(weiland) Eustos am k. k. Münz- und Antiken-Eabinete und der A. S.
Wien 1819. Für das größere Publicum ist der Eintritt regelmäßig jeden
Dienstag und Freytag, Vormittags von 9 bis 12, Nachmittags von
3—6 Uhr offen, Winterszeit jedoch nur von 9 bis 2 Uhr.
Ambrosi, Nicol . , geschickter Bildhauer, geb. zu V i l la in Ty-
rol. Er lebte in Wien schon 1756, erhielt den 23. März 1731 den
ersten Preis aus der Bildhauerey und wurde nach der Hand Mitglied
der k. k. Akademie der bildenden Künste, mit dem Aufnahmsstück Ana-
kreon, den ein Mädchen mit Rosen bekränzt und ein Knabe Wein in
einen Becher gießt.
Ambrosianische Bibliothek in (der Stadt) Mailand. Diese,
besonders durch Ang e lo Majo , den wahren philologischen Colum-
bus in unsern Tagen noch berühmrer gewordene Sammlung, ward von
dem Cardinal C. Feder. Borromeo angelegt und 1609 der öffentlichen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie