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Anabaptisten. — Andersdorf.
reichern verbundenen Russen am 5. Nov. 1805, welch Letztere dieArriere-
garde des Rückzugs gegen die vordringenden Franzosen bildeten und sich
!n einer vortheilhaften Stellung halten wollten. Unter hartnäckigerVer-
theidigung büßten sie 200 Todte und 1000 Gefangene ein.
Anabaptisten, s. Wiedertäufer.
Anatomisch-pathologisches Museum, im k. k. allgemeinen
Krankenhause zu Wien, hat gegen 4000 Präparate organischer Krank-
heiten aufzuweisen. Dasselbe wurde im 1.1312 angelegt Dr. L. Bier-
mayer, außerordentlicher Professor der pathologischen Anatomie an
der Wiener Universität und Custos dieses Museums, hat dasselbe um-
ständlich zu beschreiben angefangen unter dem Titel: Hluzeum anawmico-
pItltcilo^icum, Wien 1316.
Anderloni, pet., berühmter Kupferstecher der neuen italienischen
Schule, wargeb.den i I . Oct. 1784 zu S t a. Eufemia bey Brescia.
Seinen ersten Unterricht erhielt A. durch seinen ältern Bruder Faustin
A., einen ebenfalls sehr wackern Künstler; er machte alle Kunst-
studien durch, welche ihm endlich die große Freyheit und Sicherheit ver-
schafften, mit welcher er jetzt seinen Grabstichel führt. Seine erste Ar-
beit waren einige Platten zu Scarpa's: ^rattato 6e11' enevi-isma,
welche er in Gemeinschaft mit seinem Bruder unternahm. 1304 trat A.
in die Schule des hochberühmten Longhi und arbeitete durch 9 Jahre
unter dessen geistreicher Leitung. Seine angestrengten Studien nach den
Antiken, der Natur und nach vorzüglichen Originalen verschafften ihm
jenes tiefe Eindringen in das Heiligthum der Kunst und lehrten ihm jene
naturtreue und ausgezeichnete Darstellung, welche seinen Stichen so
großen Werth verleiht. 1324 ging A. auf längere Zeit nach Rom, um
dort den Heliodor und den At t i la im Vatican zu zeichnen, die er
sodann im Kupferstiche ausführte und darin seinen berühmten Vorgänger
Volpato bey weitem übertraf. 1831, nach Longhi's Tode, erhielt
A. dessen Stelle als Director der Kupferstecherschule bey der Akademie
der schönen Künste zu Mai land, als welcher er sich die ausgezeichnetste
Anerkennung erwarb. Er ist auch Ehrenmitglied der meisten Akademien
der bildenden Künste. Unter seine vorzüglichsten Blätter rechnet man:
Moses mit den Töchtern des Ie th ro am Brunnen nach Poussin,
Mar ia nach Raphael, aus der kaiserl. Gallerie in Wien, dann
besonders die Ehebrecherinn vor Christus nach Tiz ian, sein Haupt-
werk, welches zu den Zierden jeder Sammlung gehört. Seine Porträts
von Appiani , Longhi, Canova, Peter dem Großen, sind
ebenfalls ausgezeichnet zu nennen. — Anderloni Faustin, dessen
älterer Bruder, geboren um 1775, beschäftigt sich viel mit Arbeiten
Pavla.
Andersdorf, mähr. Dorf im Olmützer Kreise mit 370Einw.,
liegt an der Poststraße von Olmutz nach Troppau, hat einen treffli-
chen, im Geschmacke dem Spaawasser ähnlichen eisenhaltigen Sauer-
brunnen, unter dem Nahmen: Andersdorfer oder von der fürstl. Liech-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie