Seite - 88 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Bild der Seite - 88 -
Text der Seite - 88 -
88 Anker. — Anlehen.
Jahren wurde durch Auffrischung der Platten ein wiederhohlter Abdruck
veranstaltet.
Anker, Mathias, Custos des Ioanneums, zugleich Professor der
Mineralogie an dieser'Anstalt, Mitglied mehrerer gelehrten Vereine, geb.
zu Orätz am 1. May 1772;. er hat sich vorlängst, als er noch auch
nebstbey Kreiswundarzt war, als ein thätiger kenntnißreicher Naturkun-
diger bewährt. Die öffentlichen Mineraliensammlungen wurden durch sei-
yen regen Eifer vermehrt, und systematisch neu geordnet. Er schrieb:
Art und Weise, um ein unbekanntes Fossil zu bestimmen. Orätz, 1808;
— Mineralogie von Steyermark, eb. 1809.—Aufsätze in der steyerm.
Zeitschrift, darunter insbesondere seine Darstellungen und Übersichten der
im Ioanneum systematisch aufgestellten steyerm. Mineralien- und Oe<
birgsarten-Sammlungen. HeftlV. V I . V I I I . eb. 1822, 25, 27.
Anlehen, Anleihen, österr./ aus welchen die, seit dem Jahre
1816 meistentheils zur Einlösung des Papiergeldes herausgegebenen
Staatsschuldverschreibungen zu 5 Percent und die in den Jahren 1839
und 1830 grösitentheils zur Rückzahlung der aufgekündigten Capitalien
und insbesondere zur Einlösung der Central-Casseanweisungen (s. d.)
creirten neuen Staatsschuldverschreibungen zu 4 Percent entstanden sind.,
Diese seit dem genannten Jahre 1316 von der österr. Staatsverwaltung
negozirten verschiedenen A. wurden stets mit der schärfsten Umsicht ins
Werk gesekt und den das bewährteste Zutrauen verdienenden Banquiers
im Inlandeüberlassen, nähmlich Arnstein und Eskeles, Geymül»-
ler, Rothschild, S ina (s. d. Alle). Die aus diesen A. herrühren«
den 5percentigen Staatsschuldverschreibungen belaufen sich auf 325 Mil-
lionen Gulden, als: Durch das A. von 1316, 120 Mil l . ; 1813, 50
Mil l . ; 1823, 30 Mill.; 1824, 30 Mil l . ; 1826, 15 Mil l . ; 1831,
40 Mill.; 1833, 40 Mill. Davon sind durch die bisherige Aufkündi-
gung und Rückzahlung gegen 30 Mill. als getilgt anzunehmen. Ferner
hat der Tilgungsfond (s. d.) davon am 27. Iuly 1332, 3 Mill. öffent-
lich vertilgt, und mit Ende Oct. 1332, laut des Ausweises vom 29. Iän.
1833, 130 Mill. in seinem Besitz ausgewiesen, was eine Oesammt-
fumme von 163 Mitt. Oulden darstellt. Es sind also von diesen Effecten
eigentlich bis nun unter 160 Mill. Gulden in den Händen von Privaten,
und zwar grösitentheils als ruhig liegend, anzunehmen; als: die Capita-
lien, welche zu Fideicommissen, zu Cautionen, zu Stiftungen verwen-
det sind, und die aus Verlassenschaften in den Depositen-Ämtern hinter-
liegen; ferner jene, welche sehr viele Private besitzen, die bloß mit dem
Genusse der Interessen zufrieden sind, und das unsichere Börsespiel ganz
vermeiden. — Der Betrag der 4percentigen Staatsschuldverschreibungen
von den A. im Dec. 1829 und im März 1830 beläuft sich auf 40 Mill.
Gulden. Gegen die 4percentigen Staatsschuldverschreibungen, welche durch
die freywillige Umstaltung von aufgekündigten Capitalien ausgegeben
wurden, ist dagegen die 5percentige Staatsschuld um eben so viel vermin-
dert worden.—Die österr. Staatsschuldverschreibungen zu 2i Percent
gründen sich auf das Patent vom 29. März 1815 über die Eröff-
nung eines allg. A.s von 50 Mill. Oulden Wiener-Währung, d. i.,
in Einlösungsscheinen, oder Anticipationsscheinen. Als die geringste Ein-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie