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A p a f i N5
St . Got thard (1. Aug. 1664) herbeygeführte Stillstand von Sas-
vär dem Lande einige Erholung verschaffte. Als im Jahre 1683 die
Türken mit neuen ungeheuern Anstrengungen an Österreichs Untergange
arbeiteten, war A. mit seinen Truppen ebenfalls dem türkischen Heere
zu folgen genöthigt, und während der Großvezir Kara Mustapha
Wien belagerte, bewachte er die Donauübergange bey Raab. Da-
durch bewirkte er, dasi die Pforte durch eine feyerllche Urkunde (Athname),
seinem Sohne im I. 1634 die Nachfolge im Fürstenthum bestätigte. Der
glückliche Fortgang der taiserl. Waffen gegen die Türken brachte im
I. 1635 ein österr. Heer unter dem Feldmarschall Caraf fa nach Sie-
benbürgen. Klausen bü rg , Hermannstadt und Deva wurden
genöthigt, deutsche Besatzung zu nehmen, und dadurch wurde der Ab-
schluß eines Tractates mit dem Kaiser beschleunigt, welcher am 23. Iuly
1686 zu Wien , von Kaiser Leopold I. ausgefertigt, Siebenbürgen
der türkischen Bothmäßigkeit entriß und unter österr. Schutz stellte.
Die im folgenden Jahre (27. Oct. 1637) mit dem kaiserl. Oberfeldherrn
Herzog Car l von Lothr ingen abgeschlossene, sogenannte Lothrin-
gische Aransaction erklärte, erweiterte und befestigte dieses Bündniß,
und räumte dem Kaiser die militärische Obergewalt in Siebenbürgen
ein. Am 1. Iuly 1683, auf einem Landtage zu Fagaras, leisteten
endlich die siebenbürg. Stände dem Hause Osterreich feyerlich den Eid
der Treue, und verbanden sich zu einem jährlichen Schulö.geld von 50,000
Rthlrn. Fürst A. starb am 15. April 1690 zu Fagaras im 58. Jahre
seines Alters und 23. Jahre seiner Regierung. — 2) A. I I . , Michael,
Sohn des Vor., war, als sein Vater starb, erst 8 Jahre alt. Die
Nachfolge in der Würde seines Vaters war ihm zwar früher, sowohl
von Osterreich als von der Pforte, bestätigt, aber die letztere, durch den
deutschen Einfluß in Siebenbürgen aufgebracht, begünstigte nunmehr
offenbar die Plane des unruhigen Grafen Emerich Tököly. Unter-
stützt von dem Woywoden der Walachen, Const. B rankovän , und
verstärkt durch türkische Hülfstruppen, drang Tököly über die Zerne-
ster Oränzgebirge, schlug zwischen Tohan und Zernest das österr.
siebenbürg. Heer unter Oeneral Heißler , rückte bis Hermann-
stadt vor, und ließ sich am 12. Sept. 1690 in seinem Lager bey Gros-
sau zum Fürsten von Siebenbürgen ausrufen. Der junge A. wurde von
seinen Räthen nach Klausenburg in Sicherheit gebracht. Allein so
schnell als Tököly nach Siebenbürgen eingebrochen, mußte er auch vor
den siegreichen Waffen des taiserl.Feldherrn, Prinzen Ludw. von Ba-
den, fliehend das Land wieder verlassen. Die Stände erkannten am 10.
Jan. 1692 den jungen A. als ihren rechtmäßigen Fürsten, doch behieltKaiser
Leopold über ihn die Vormundschaft, und ließ das Fürstenthum durch
ein aus 12 Räthen und dem Gouverneur Georg Grafen Ban f f y von
Losontz bestehendes Gubernium verwalten, und das kaiserl. Dlploltt
vom, 4. Dec. 1691 bestimmte die künftigen Verhältnisse Siebenbürgens
zu Österreich, welches jedoch, auf die Gegenvorstellung der Stände un-
term 14. May 1693, in einigen Stücken modiftcirt wurde. A. selbst wurde
im Jahre 1694 nach Wien berufen, von wo er aber bald wieder zu-
lückkehrte. Er ging im I. 1697 von Neuem nach Wien , wo er auch den
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie