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Appiani. — Apponyi.
schrieb er: Hlemori? 5p6twnli a6 alcuni nomini illustri 6i
Ragusa, 1311.
Appiani. Andr., ausgezeichneter Maler. Er war geboren zu
Mai land den 23. May 1754. Unbemittelt zog er von Stadt zu Stadt
und arbeitete ben Decorationsmalern. Sein Genie entwickelte m ihm ei-
nen eigenthümllchen Styl. Dreymahl in Rom, glückte es ihm, das
Geheimniß der Raphael'schen Frescomalerey zu erfassen. In diesem
Kunstzweige überflügelte er alle damahl. italien. Maler, wie die Kuppel
der Kirche Sta. Maria di S. Celso in Mai land, und die Wand- und
Deckengemälde, die er für den Statthalter von Ma i land , Erzherzog
Ferdinand, 1795 in dessen Landhause zu Monza ausführte, bezeu-
gen. Napoleon erhob ihn zum Hofmäler, ertheilte ihm den Orden
der Ehrenlegion und den der eisernen Krone, und ernannte ihn zum
Mitgliede des Instituts der Wissenschaften uttd Künste in Italien. Die"
Deckengemälde im königl. Pallast zuMailä n d, die Allegorien aus und auf
Napoleon's Leben, und der Apol l mit den Musen in der Villa
Bonaparte werden diesen großen Künstler verewigen^ Er starb un-
bemittelt den 8. Nov. 1317.
Apponyi von Nagy-Äpponyi , die Grafen von, eine ur-
alte magyarische adelige Familie, deren Ahnherren unter dem Nahmen
Peech (P6cz) schon unter den Königen aus dem arpadischen Stamme
blühten« Mehrere Glieder dieses Geschlechtes nahmen nach der Verschie-
denheit ihrer Besitzungen wieder verschiedene Nahmen an, so z. B.«
Peter von Ew r, ein Sprosse desselben, welcher um 1350 geboren
ward, 1395 aber durch Heirath die Burg Apponyi in seinen Besitz
brachte und wovon seme Nachkommenschaft fortan den Nahmen Appo-
nyi führte. Ladislaus von A. blühte um 1450 und genoß die Gunst
des machtigen Reichsverwesers Io h. vott Hunyad. Peter von A.
wurde 1517 von König Ludwig I I . zum Hulas familiär^ ernannt.
Georg vonA. blieb 1594 aufdem Schlachtfelde gegett die Türken. Paul
von A. unterschrieb 1666 den Wiener Tractat; 1613 wurde er, vom
Reichstage aus, zu dem Berichtigungsgeschafte der Gränzen zwischen
Ungarn und Mahren abgeordnet; 1622 wurde er Kronhüter, dann
Varo wdula? ^u^icioruln octavellilim. Ni l las von A. zeichnete sich
um dieselbe Zeit durch Kriegsthaten aus, und focht in den Schlachten
von Keresztes und Stuhlweißenburg mit ausgezeichneter Ta-
pferkeit. Nik las der Jüngere war mit einer Schaar eigener Waffen-
knechte bey der glorreichen Wiedereroberung der Festung Ofen 1686
gegenwärtig. Dessen Sohn Lazar Freyherr von A. wurde wegen sei-
ner ausgezeichneten Verdienste 1739 durch Kaiser Carl V I . / welcher
der Famike bereits 1713 den Freyherrnstand ertheilt hatte, in den Ora-
fenstand erhoben, Aus unserer Zeit verdienen vorzügliche Erwähnung:
1) der Stifter der kostbaren Apponyi' schen Büchersammlung (s. App o-
nyi'sche Bibl iothek) Anton Georg Graf von A., k.k. gehei-
mer Rath, Hof-Commissär, und Präses der lönigl. Ungar, priviü
Schifffahrtsgesellschaft, wiW 1774 galiz. Gubernialrath, 1778 Bey-
sitzer des Fiumaner Guberniums, 1779 k. ungar. Statthaltereyrath,
dann Obergespan des Tolnaer Eomitats,geb.den4. Dec. 1751, starb den
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie