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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 121 -
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Armeekreuz.,— Armen-Institut. 121 Ausfertigung. So lange die Kriegsoperationen dauern, bleibt das A. O. C. immer in der Entfernung von einer oder auch mehreren Tagreisen im Rücken der Armee; weil aber auch im operirenden Hauptquartiere solche Justiz- und besonders Criminalgeschafte, die keinen Aufschub leiden, und zwar in bedeutender Menge vorfallen, so ist auch gewöhnlich in diesem ein Stabs-Audiror, oder ein dessen Stelle versehender Regiments-Audi- tor angestellt. Die Gerichtsbarkeit des commandirenden Generals erstreckt sich überhaupt über jene zur Armee gehörigen, oder derselben anhangi- gen Personen, die nicht im Stande eines mit eigener Iurisdiction ver- sehenen Regimentes oder Corps begriffen, oder dieser auf die Zeit des Krieges unterworfen sind, und auf jene sie betreffenden Rechtsgegen- stände, die in F-riedenszeiten den ^uäiciiZ äeiezauz im Allgemeinen zugewiesen sind. Überdies; besitzet aber auch der commandirende General das Straf- und Begnadigungsrecht. Armeekreuz. Es ward von dem Kaiser zum Andenken an die merkwürdige Epoche der Jahre 1313 und 1814 als ein eigenes Zei- chen für alle jene Krieger gestiftet, welche an dem Kriege in den eben benannten zwey Jahren Antheil nahmen. — Dieses Zeichen ist aus dem Metalle des eroberten Geschützes, in der Gestalt eines mit ei- nem Lorbeerkranze umwundenen Kreuzes gepraget, auf dessen Vorder- seite die Worte: I^ibei-tal? Europas a^erta, mit den Jahreszahlen 1313 u. 1314, und auf der Rückseite die Worte: (^i-ali ?rincep5 et katria I<>anciücu8 Imp. ^UF. zu lesen sind. Es ist für alle Krieger ohne Unterschied des Ranges gleich, und wird an einem gelben, auf beyden Seiten schwarz gestreiften seidenen Bande im Knopfloche ge- tragen. Armenier, ein Volk, von welchem 1672 ein Theil aus Persien und der Türkey nach Siebenbürgen zog, jedoch jetzt auch in Galizien und Ungarn ansaßig ist. Die Zahl der in Galizien ansaßigen A. betragt 4140 Individuen, die in einigen östlichen Kreisen vertheilt sind. Von diesen bekennen sich 3340 zur katholischen Kirche, 300 andere sind nichr unirt; von ersteren leben 2115 im Kolomeaer, 325 im Stanislawower, 177 im Brzezaner und 223 im Lemberger Kreise. In Siebenbürgen ma- chen die A. den größten Theil des Kaufmann- und Kramerstandes aus, und ihre Anzahl wird auf 7500 geschätzt; da man übrigens die ganze Zahl der A. auf 13,500 annimmt, so entfallen demnach auf Ungarn nur 2660. (Vergl. Cong reg.ation derMechitaristen u. M e< chitaristen.) Armenierstadt, s. Szamos Ujvär. Armen-Inst i tut , das k. k. in W ien , die bedeutendste An- stalt dieser Art im Kaiserthume. Es wurde von I o se p h I I . 1733 er- richtet, und steht unter der Leitung der Landesregierung. Ende Oct. 1830 besaß es 700,000 fi. Stammvermögen; in dem genannten Jahre allein waren 125,640 fl. eingestossen, und es wurden 2,344 Personen von 1 bis 4 fi. monathlich unterstützt, außer dem aber 15,430 fl. an zeitlichen Aushülfen vertheilt. Nur in Wien geborne, oder aber durch einen Aufenthalt von 10 Jahren in Wien eingebürgerte fremde Dürf- tige haben auf Unterstützungen aus den localett ArmM'onden Anspruch.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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