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Arrivabene. — Artesische Brunnen. 127
Arrivabene, Ioh. Graf von, geb. zu Modena 1763,
Haftsträger des Herzogthums Modena am k. l. Hofe zu Wien
(schon 1795), st. in Wien am 7. Jan. 1301. Seine zu Modena her-
ausgegebenen Schriften sind: Llogio 6e1 Onte 6'^rco; I^avori e
ßiorni cl'käiodcj (in Versen). In Wien legte er durch Herausgabe
seiner Klette eine neue Probe seiner Talente ab. Dieses Trauerspiel ist
voll Simplicität, der griechische Charakter hervorleuchtend, die Sprache
glänzend.
Arrosirung, s. unter Staatsschuld.
Arsa, kleiner Fluß im illyr. Küstenlande, durchfließt den Zepit-
schersee, wird 2 Meilen ober seiner Mündung schiffbar, und fällt in den
Meerbusen Quarnero. Er bildete zu Zeiten der Römer die äußerste
Gränze Italiens.
Arsenale, s. Marine-Arsenal; Zeughauser.
Artaria u. Compagnie, ein ansehnliches, seit 1770 bestehen-
des Kunsthandlungshaus in Wien. Es besitzt unter Anderem einen rei-
chen Vorrath kostbarer alterer und neuerer Kupferstiche und Handzeich-
nungen, geographischer Charten und hat einen starken Verlag von Kupfer-
stichen, Charten, Musicalien und den Hauptdeblt der Charten des k. k.
topographischen Bureau's. Die großen Kupferstich-Auctionen Cerron i's,
Held's, Camesina's:c. sind von dieser Handlung geleitet worden.
Der Cbef derselben istDominikA.
Artesische Brunnen. Die in neuerer Zeit allgemein anerkannte
Zweckmäßigkeit artesischer, d. i. Bohrbrunnen, Springquellbrunnen,
fand in Osterreich um so mehr Eingang, als ein ähnliches Verfah-
ren daselbst schon lange, besonders an der steyerm. Gränze aus-
geübt wurde. Nur ist die wichtige Verbesserung dieses Verfahrens, welche
darin besteht, daß man das Quellwasser in einer Rohre bis über die
Oberfläche der Erde anhaltend heraufleitet, eine spätere Entdeckung,
welche nebst mehreren Vortheilen auch jene wichtigen gewährt, daß
das aus großen Tiefen erbohrte Wasser nicht nur häusig in bedeutender
Menge als mächtiger Wasserstrahl hervorsprudelt, sondern auch jeder-
zeit, im Sommer und Winter, gleiche Temperatur behauptet. Ein
Bäckermsister aus Flandern, der sich in Hetz endorf bey Wien
häuslich niederließ, brachte diese Einrichtung aus seinem Vaterlande
mit, und veranlaßte den ebenfalls in Hetzendorf ansäßigen Zim-
mermann Belg hofer, welcher vor beyläufig 12 Jahren starb, zu
Versuchen dieser Art, welche so ausgezeichnet glücklichen Erfolg hat-
ten, daß seit den letzten 20 Jahren eine bedeutende Anzahl derley
Brunnen hergestellt wurden, und ihre Anwendung gegenwärtig so
ziemlich allgemein ist. Das Verfahren bey Herstellung solcher Brun-
nen ist äußerst etnfach: Man gräbt nähmlich wie gewöhnlich einen Brunn
durch die Dammerde bis auf die feste Schichte von Tegel (Thon), wo
sich dann mehr oder weniger Seihwasser zeigt, welches ausgepumpt und
der Brunnen gut ausgepolzt wird. Dann schlägt man genau senk-
recht in die Mitte des Brunnens eine auf 4 Zoll gebohrte, unten zuge-
ipitzte Brunnröhre von Lärchbaumholz so tief als möglich in den Thon,
und bohrt nun mit Erdbohrern in denselben, bis man die Quelle erreicht.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie