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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 128 -
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Seite - 128 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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128 A r t i l l e r i e . die mit unglaublicher Schnelligkeiten die Höhe getrieben wird. Stößt man auf Sandstein oder Thonmergelplatten,, so werden diese mit Stein- bohrern durchbohrt. Nun ^ setzt man die zu diesem Zwecke schon vorräthi- gen Brunnröhren, auf die gewohnliche Weise mit Brunnbüchsen ver- bunden, bis über die Oberstäche der Erde auf, stampft dieselbe ringsherum mit Thon ein, und füllt den übrigen Brunnenraum wieder mit Erde oder Schotter aus. So einfach und im Grunde so unvollkommen die Werkzeuge sowohl, als die Methode sind, so reichen sie unter günstigen Umständen doch jedesmahl zu, und es bestehen bereits mehr als 50 sol- cher Springquellbrunnen, welche von Belghofer und seinen Nach- ahmern seit beyläufig 20 Jahren theils inner den Linien Wiens in den am Wienfiusse gelegenen Vorstädten Oumpendorf und Hunds- thurm, theils außer Wien in Hetzendorf, Meidl ing, Alt- mannsdorf, Er la, Atzgerstorf, Liesing und Inzersdorf hergestellt wurden; und obgleich die meisten derselben 80 bis 100 Fuß, ja manche selbst bis 200 Fuß tief gebohrt sind, doch, wenn nur das Bohrloch nach ein paar Jahren wieder ausgeputzt wird, unverändert fortdauern. Auch in andern Gegenden des österr. Kaiserstaates wurde die Einführung der a. B. mit vielem Glücke versucht; so bestehen z. B. im Königreiche Ungarn zu S tuhlw eiß en bürg 6 a. Br. und 1333 wurden zwey neue zu Dotis und Ofen zu Stande gebracht. Bey ihrem all- gemein anerkannten Nutzen, ihrer höchst einfach und wohlfeilen Vau- art, und, da sie den unberechenbaren Vortheil gewahren, in dürren, versiegten Landstrichen frisches reines Trinkwasser hervorzubringen, ist deren Vermehrung unbezweifelt in Kürze zu erwarten. Die Benennung a. B. stammt übrigens von der Grafschaft Artois (?uit5 ai-t65i6N5 oder I?0nt65 art65i2ni), wo sie in der Mitte des vorigen Iahrhundertes sehr in Aufnahme kamen, obschon sie keineswegs eine Erfindung der Franzo- sen sind, sondern bereits viel früher in Italien und Deutschland be- kannt waren. Artillerie. Die gesammteA. theilt sich: 1. In die Feld-A.;—2. in die Garnisons-A.; — 3. in dasZeugwesen.; — 4. in diePulver-und Salniter-Erzeugung. — Die Feld-A. besteht aus 5 Regimentern von 4 Bataillons, wovon ein Bataillon 6 Compagnien, und die 3 andern jedes 4 Compagnien in sich begreift, dann aus dem Bombardier- Corps, welches nebst dem Stäbe 5 Compagnien enthält, und aus dem Feldzeugamte. — Bey jedem A.-Regimente, mit Ausnahme des 2. Feld-A.-Regiments, welches die zum Unterrichte im Labo- nren bestimmten Individuen abtheilungsweise, unter Aufsicht von Offi- cieren, den Compagnien des Bombardier-Corps zutheilt, besteht auch, unter Leitung eines vom Bombardier-Corps zugetheilten Feuerwerksmei- sters , zur Verfertigung aller Munitionssorten ein Laboratorium, wozu Unterofficiers des Regimentes und ausgezeichnete Kanoniers ge- zogen, und vom Feuerwerksmeister in der Pyrotechnik, d. i. in der Kunst allerley künstliche Feuer, als: Leuchtkugeln, Brandkugeln, Feuerballen, Signale, Raketen u. s. w. zu verfertigen, und im Kriege anzuwenden geübt werden. — Außerdem besteht ein eigenes Feuer- werk-Corps. Das Bombardier-Corps erscheint einerseits als
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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