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Au racher. — Ausbruch.
allgemeinen Krankenhause verbunden, und befindet sich im 3. Hofe des
großen Gebäudes; die Zeit seiner Errichtung ist 1816. An den geräumi-
gen Lehrsaal für Hörer der Augenarzneykunde, in welchem auch die Ope-
rationen vorgenommen werden, stoßen in fortlaufender Reihe die bey-
den, ungemein reinlich gehaltenen, sehr schönen Krankenzimmer, worin
Alles auf die Bedürfnisse des Sehorgans berechnet ist. Gegenwärtig steht
das Institut unter der Leitung des verdienstvollen Doctors R o sa s,
(s. d.) Professors der Augenheilkunde.
Auracher von Aurach, Ios. , geb. zu Olmütz am 20. Dec.
1756, trat. 1775 aus der W. Neustädter Militär-Akademie als Fähnrich
in das Reg. Ant. Col loredo, und aus diesem als Oberlieutenant
zum Generalquartiermeisterstab über, woselbst er bis zum Oberstlieute-
nant befördert wurde. 1302 ward er Prof. der Kriegswissenschaft in
obiger Akademie; 1309 Oberster und Brigadier der obersteyr. Landwehre,
und nach dem Frieden zweyter Oberst bey Erzh. Car l Inf. Auf des
Erzherzogs Befehl vollendete er nun sein Lehrbuch: Vorlesungen über
die angewandte Tactik oder eigentliche Kriegswissenschaft, 4 Bde. 1812
— 1313, das alsbald vergriffen und neu aufgelegt wurde. Bereits
45 Jahre im Militärdienst wurde er 1313 mit dem Charakter und der
Pension eines Generalmajors in den Ruhestand verfetzt. A. hatte nicht
weniger als 14 Feldzüge: gegen Preußen, die Pforte und gegen Frank-
reich beygewohnt. Die nützlichen literarischen Früchte seiner spätern Muße
sind: Quarreograph; ein neues und einfaches Instrument, jede perspec-
tivische Zeichnung mit der strengsten Genauigkeit aufzunehmen :c. Wien
1819. (Dieß Instrument war von A.'s eigener Erfindung.) -^^ Beytrag
dazu; eb. 1323. —.Anweisung zu einem ganz neuen und einfachenAntigra-
phen (Gegen- oder Verkehrtzeichner). Wien, 1320. (Zum Behufe der
Lithographie von A. erfunden.) —. Beschreibung zu den nach der Natur
quarreographirten perspectivischen Ansichten der Stadt Baden :c. m. 46
lithograph. Ansichten. 2 Thle. eb. 1322-^23. —Perspectivische Ansichten
aus den obersteyr. Gegenden:c., in 16 größern lithograph. Blättern
m, Text. eb. 1323. —' Noch schrieb er über einige technische Gegen-
stände, und lithographirte selbst, unter Andern des Kaisers Bildniß. A.
starb den 30. Dec. 1331.
Auronzo, (Avronzo), venetianischer Flecken in der Delegation
Be l luno , in einem Thale am Fluße Anseio, mit einem Versorgungs-
hause. In der Nähe sind Galmey- und Bleygruben, und der große
Wald S. Marco, woraus,viele Schiffbauholzer und Masten nach Ve-
nedig gebracht werden.
Ausbruch, nennt man in Ungarn, Osterreich und ganz Deutsch-
land denköstlichen Ungarwein, der von den Trockenbeeren (zu Oeden-
burg und Rüst auch Mangerln genannt), d. h. von den überreifen,
halb oder beynahe ganz am Weinstocke vertrockneten Trauben bereitet
wird. Zu Carlowitz in der Militärgränze läßt man jedoch auch die
schönsten und reifen, von den Weintrauben abgesonderten Beeren auf
Rohrdecken in der Sonne welk werden, und gleich den Zibeben ein-
trocknen, um die Quantität der Trockenbeere zu vermehren. Der Aus-
strich oder gleichsam der E.rtraot des A.'es, der aus den aufgeschütteten
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie