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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 152 -
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Seite - 152 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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152 A u st e r l i y. Austerliy, 1) bedeutende mähr. Herrschaft, größtentheils im fruchtbaren Boden, mit einer Bevölkerung von 10,000 Menschen im Brün- nerKreise, dem Fürsten Kaunitz gehörig. 2) Stadt in dieser Herrschaft, mit 2,000 Einw., einer Pfarre und einem prächtigen Schlosse. Es ist das schönste in Mähren; der Graf Maxim. Ulrich v. K a unitz ließ dazu durch den berühmten Wiener Architekten Domen. Mar t i ne l l i die Riffe verfertigen, das alte Schlosi abtragen, und zwey Drittel des neuen, nähm- lich den Theil derFa^ade, in welcher sich der große Saal befindet, und den rechten Flügel gegen die Stadt, erbauen. Den linken Flügel sammt den vor dem Schlosse angebrachten Pferde- Stallungen, welche eine Art von Wall formiren, in die Halbrundung gebaut sind, eine Vormauer in dieses auf einer Anhöhe stehende Schloß von beyden Seiten der sich ge- genüber stehenden zwey Auffahrten abgeben, und mit Futtermuscheln von schwarzem Marmor versehen sind, erbaute durch seinen Architekten Wenz. Petrucci , nach den Martinellischen Rissen, um das Jahr 1750 der berühmte Fürst Wenz. v. Kaunitz, vom Grund aus. Im Ganzen enthält das Schloß unterirdisch und in seinen drey Stockwerken über 130 Gemächer und 2 Säle. Der im ersten Stockwerke befindliche schöne Saal ist im Oval gebaut, und von dem Wiener akademischen Ma- ler Ios. Pichler in Fresco gemalt. Fast überall trifft man Gemälde; das Schlosi glich stets einer Oemälde-Gallerie. Bey dem Aufenthalte der Franzosen in A. 1805, wurden viele aus den Rahmen geschnitten und weggenommen. In demHauptfiügelbefindet sich eine schöne, mit grauem Marmor gepflasterte Schloßcapelle, ebenfalls von dem Wiener akademi- schen Maler Pichler in Fresco ausgemalt. Der Altar ist von der Hand des berühmten Wiener Bildhauers Franz Messerschmidt. Der Garten ist auch von dem Fürsten Wenz. v. Kaunitz im französ. Geschmacke angelegt worden; er ist mit Statuen und Vasen geziert. Ioh . Christian Brand hat die Aussicht dieses Schlosses mit der um- liegenden Gegend in Kupfer gestochen. Die jetzige neue Pfarrkirche ließ, nach Abtragung der alten, ebenfalls der den Künsten und Wissenschaf- ten huldigende Fürst Wenzel Kaunitz gleich unter dem Schlosse im röm. Styl erbauen. Die Risse dazu hat der Wiener Hofarchitekt von Ho henberg verfertigt; sie ist geschmackvoll und groß. Das prächtige Frontispice, welches derselben ein imposantes Ansehen verschafft, besteht aus einer Vorhalle, die auf 6 hohen korinthischen Säulen ruht. An der Fronte derselben sieht man die Sendung der 12 Apostel, lebensgroß, in Stucco angebracht. Der Bau dieser Kirche geschah im Jahre 1779. Sie ist nach dem Urtheile der Kenner einzig in ihrer Art. —> A. ist historisch merkwürdig durch die in derNähe vorgefallene großeSchlachtvom2.Dec. 1305. Die verbündete russisch-österr. Armee (über 90,000 M., befehligt von Kutusow, Buxhövden, Großfürst Con stantin, Dolgo- rucki, Bagra t ion , wobey auch die Kaiser Fran z und Alexan- der), durch dasVordringender Franzosen bis Wien und überdieDonau nach Mähren zurückgedrückt, griff den Kaiser Napoleon (30,000 M.) an, indem sie aus ihrer Stellung längs der Höhen bey Pratzen mit3 Co- lonnen links ab, gegen den französischen rechten Flügel marschirte, welchen sie hinter denDefileen der Dörfer Kobelnitz, Sokolnitz undTel-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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