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156 N. — Vabenbe rge r .
gewiß beygetragen. Wir haben von ihm 6 Trauerspiele, meist in gereim-
ten Alexandrinern und 9 Lustspiele, welche den Vorzug vor jenen ver-
dienen. Besonders waren es sein Postzug (aufg. zu Wien 1769) und
die große Batterie (aufgef. zu Wien 1770), womit er allgemeinen
Beyfall erwarb, den ersten zeichnete selbst Friedrich der Große
aus. Ohne großes poetisches Oenie lieferte A. doch viel Gutes. An seinen
Trauerspielen ist meist nur der durchdachte Plan, und die künstlerische
Bearbeitung nach sorgfältig studirten französ. Mustern zu loben; außer-
dem labonren sie an Eintönigkeit, Geziertheit,, Steifheit und allen Feh-
lern der genannten Schule im potenzirten Orade. Im Lustspielegelangen ihm
besonders Auftritte aus dem mittlern Leben. Noch schrieb er kleinere Oe-
dichte, theils historische, theils kritische Aufsätze, worin er seine, nun-
mehr glücklicherweise veralteten Ansichten über dramatische Literatur und
Kunst, mit großem Lobpreisen der regelrechten französ. Schule und völ-
ligem Absprechen der Vorzüge Shakspeare's, welcher ihm besonders
ein Oräuel war, und der sogenannten neuen Schule (als: Oöthe,
Schiller ;c.) an den Tag legte. Seine gesammelten Schriften erschie-
nen als: Dramat. Unterhaltungen eines k. l. Officiers, Wien 1772, wei-
terhin unter dem Titel: Des Herrn C.v. A., k. k. Gen. Maj. sämmtl.
Werke, 4 Bde., Wien und Leipz. 1739.—Neueverm. und verbess.Aust.
6 Bde. Wien 1303. — 3 verbess. und verm. Aufl. herausg. von Iof.
Fried. Fr?yh. v. Retzer. 6. Thle. eb. 1814.
auf österr. Münzen bedeutet: Kremnitz.
, n, ungar. Dorf im Baranyer Comitat, mit 1,950 Einw.
In der Nähe dieses Dorfes, am Flusse Karasicza, werden oft röm.
Alterthümer, als Fundamente, gehauene Steine mit Inschriften und
dem Nahmen (^uaclriKurAum, Urnen:c. ausgegraben.
Baaßen (Ober - Baaßen), siebenb. Dorf im Megyescher Stuh-
le mit Schwefelbädern und Kochsalzquellen, die ihrer Heilkräfte wegen
stark besucht werden. Das kalte sprudelnde Wasser stößt Hydrogen-
Oas aus.
Babenberger. Diese Fürsten-Dynastie, welche vor den Habs-
burgern über Osterreich herrschte, hat den Nahmen von ihrem ersten
Sitze zu Bamberg (Babenberg) in Ost-Franken, wo die B. als
Markgrafen durch Kriegsruhm glänzten. Ihr Ahnherr war Heinrich
Markgraf in Ost-Franken, der 336 bey der Vertheidigung von Paris
wider die Normannen, sein Leben verlor. Das Haus Babenberg blieb
stets eines der angesehensten Häuser in Franken. Als der österr. Mark-
graf Burkhard, welcher Kaiser Otto I I . in seinem zum Schutze
der kaiserl. Vasallen in Italien gegen die feindlichen Griechen und Sa-
racenen unternommenen Heereszuge begleitet hatte, in der Schlacht bey
Basentello in Ealabrien umkam, , übergab Otto I I . die durch
Burkha rd ' s Tod erledigte Mark Osterreich 933 dem Markgrafen
LeopoldI. demErlauchten, aus dem Hause Babenber g- welcher sich
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie