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l«4 Bärnstadt. — Bauerte.
Franz I I . zum König von Böhmen, wieder mit vielem Beyfalle hören
und wurde dann als Concertmeister bey der königl. Hofcapelle zu Ber-
l in angestellt. Sein Vortrag war der Zartheit und Empfindung wegen,
womit er sein, nicht eben leicht zu behandelndes Instrument spielte,
höchst ausgezeichnet zu nennen.
Barnstadt, oöhm. Stadt im Königgrälzer Kreise an der schles.
Gränze, mit dem Schlosse Schatzlar und 900 Eimv., welche sich mit
Weben grober und mittelfeiner Leinwanden/beschäftigen, größtentheils
aber Spinnerey für die Leinwandfabriken des Kreises besorgen.
Barringer, s. perninger.
Baydorf , schles. Dorf im Troppauer Kreise mit 1,370 Einw.,
lathol. Pfarre und k. k. Gränz-Zollamt.
Bauerle, Adolph, ist geboren zu Wien den 9. April 1786.
Seine schon sehr frühzeitige lebhafte Neigung zum Theater-Dichter ward
durch sein Talent angeregt und glücklich unterstützt. Bereits in seinem
16. Jahre hatte er ein Lustspiel verfasit, das auf dem Wiener Leopold-
städter Theater beyfällig aufgenommen wurde. Dieser günstige Erfolg
eiferte ihn zu fortgesetzter Thätigkeit an. Er schrieb eine bedeutende An-
zahl von Lustspielen und Possen, die zum Theile zur grotesken Gattung
gehören. Blühende Phantasie, genialer Humor, und Beruf zum
Volksdichter bezeichnen fast alle seine dramatischen Hervorbringungen,
und sichern ihnen fortwährend günstige Wirkung, wenn auch mehrere
schon außer der. Zeit sind. In seinem Staberl in den „Bürgern in Wien,"
hat B. einen recht interessanten stehenden Charakter geschaffen, der auch
von andern Dichtern nachgebildet wurde. B. hat besonders das Verdienst,
die jämmerlichen Personagen eines Casperl und Thaddadl von der Wie-
ner Volksbühne gänzlich verdrängt zu haben. Seine Stücke sind unter
dem Titel: Komisches Theater 1320 —26 in 6 Bden. zu Pesth erschie-
mn. Seit Oewey's -Tode setzte er, doch nicht mit demselben Geschicke,
die Briefe eines Eipeldauers :c. (s. d.) bis zum Jahre 1821, wo sie auf-
hörten, fort. Seine Theaterzeitung, bereits 1806 begonnen, und jetzt:
Allgemeine Theaterzeitung und Originalblatt für Kunst, Literatur,
Musik, Mode und geselliges Leben genannt, ist sehr bunt, mannig-
faltig und inhaltreich. Sie liefert auch illuminirte Mode- und Costume-
lnlder, und seit 1334 durch die vielen Pfennig-Magazine und ähnliche
Erscheinungen bewogen, zugleich Holzschnitte von Höfe l , Eisiner )c.
Der starke Absatz dieser Zeitung rührt einerseits von der eigenen, kein
zum Zweck führendes Mittel verschmähenden Opera-tionsweise des Heraus-
gebers, andererseits von dem Umstände her> daß das Blatt augenschein-
lich nichts weniger, als für das eigentlich gebildete Publicum eingerich-
tet ist. An Würze bedeutend gestiegen ist das Blatt durch den neuerli-
chen Beytritt des witzüberschäumenden humoristischen Proteus M. (^.
Saphir , dessen unerschöpfliche Kraftfülle hier in allen Formen und
Farben umherschimmert. — B. hat ferner herausgegeben: (Auf die Wie-
dergenesung des Kaisers) Gott erhalte Franz den Kaiser. Ermnerungs-
buch. Wien, 1327. — Das 60ste Oeburtsfest Franz I. , Seitenstück zu
Gott erhalte :c. eb. 1828. — Denkmahl der Unterthansliebe und Völ-
kertreue während der Regierung FranzI. eb. 1330.—Was verdankt
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie