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Bt t lOgh v. Ocsa. — B a l z e r . 173
(Unter) und F e lsö-(Ober) B a l o g h in der Gömörer Gestansch. in O. Un-
garn, auf welchem Bergs ,'etzt neben den Ruinen der alten Burg ein
Thiergarten für wilde Schweine angelegt ist. Diese Burg ist in der un-
gar. Geschichte sehr merkwürdig.
Balogh von Ocja, pet., ein als Staatsmann und Gelehrter
gleich wichtiger VNann, geb. am 24. Aug. 1743. Er bildete sich auf den
evangel. Lyceen in K es mark und Presiburg, und wurde bereits in.
seinem 23. Jahre von dem Neograder Comitate zum Stuhlrichter er-
wählt. Bald darauf wurde er zum Vicegespan, dann zum Beysitzer der
tönigl. Tafel, spater zum Beysitzer der Septemviral-Tafel und endlich
zum Referenten bey der ungar. Hofkanzley ernannt. Seine zerrütteten
Oesundheitsumstände riefen ihn jedoch von diesem ruhmvoll bekleideten
Posten ab. Er ward hierauf wirkl. geheimer Rath und Obergespan der
Torontaler, später Obergespan der Sohler Oespansch. Nebst diesen Wür-
den ward ihm auch 1739 die Stelle eines General-Inspectors der evangel.
Gemeinden A. C. in Ungarn anvertraut. — Der Landtag von 1790 bis
1791, wo B. durch seine glänzende Redekunst zu der damahls begrün-
deten Religionsfreyheit seiner protestantischen Olaubensbrüder so viel bey-
trug, erscheint diesifalls in den Annalen der vaterländischen Geschichte als
wichtig.—Die Huld, mit welcher er die Gelehrten ermunterte, die
Waisen versorgte, unbemittelte Jünglinge unterstützte, die vielen brauch-
baren Beamten, deren Emporkommen er bewerkstelligte, sind ewige
Denkmähler seines thatenreichen Lebens. Er starb in seinem 70. Jahre
am 16. Oct. 1313.
Balsam, natürlicher Art, gibt es im Inlande zweyerley, nähm-
lich: 1) der carpathische, Vai82inu5 carpatliicus, 5. I^ipani, von I^inug
Omkra, auf den Carpathen. Er ist sehr flüssig und durchsichtig, farb-
los, und riecht und schmeckt wieWachholderöhl; 2) der ungarische, Lal-
82MU5 kunAaricug, Krummholzbalsam, ein aus ?inu8 Mu^ko (einer
Varietät des ?inu5 Z^ivEgtr. auf den österr. und ungar. Gebirgen, m
Tyrol ec.) dicklich ausfiießender feiner Terpenthin von rothgelblicher Farbe.
Er wirkt innerlich und äusierlich, wie der Terpenthin. Aus ihm wird das
Krummholzöhl, Oleum templinum, eine Art schwächeren Terpenthin-
öhls bereitet.
Balzer, Ant. , ein geschickter Kupferstecher, Sohn des, seiner
Productivitatund besondernGeschicklichkeit wegen allbekannten I oh. B.,
wurde geb. zu Prag 1771, und erhielt daselbst unter den Augen seines
Vaters die erste wissenschaftliche und Kunstbildung. Dann studivte B.
an der Akademie der bildenden Künste zu Wien, später an jener zu
Dresden. 1792 bereiste er das ganze Riesengebirge, wovon er 1794
eine Beschreibung mit Abbildungen herausgab. Nach dem Tode seines
Vaters machte sich B. in Prag ansäsiig und starb daselbst den 19. Dec.
1307. Außer obigem Werke gab er noch 1804 eine Sammlung maleri-
scher Gegenden von Oberösterreich, Salzburg, Berchtesgaden, Tyrol
und einem Theil des venetianischen Gebiethes braun und illuminirt in gr.
Folio heraus.
Balzer, Greg., Kupferstecher, war geb. um 1775 zu Nissan
in Böhmen, wo er sich zuerst in seiner Kunst übte und selbe dann in
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie