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Banater Militär-Gränze. — Bancozettel. 177
da das Clima doch zu dem Anbaue der Baumwollstaude keineswegs so
geeignet ist, daß die Samenkapseln derselben die volle Auszeitigung im
Freyen erhalten können. Überhaupt darf die Feinheit der aus inländischer
Baumwolle erzeugten Garne nicht auffallen; denn gerade, wenn die
Baumwolle nicht vollkommen ausgezeitigt ist, behalt sie ein seidenarti-
ges Ansehen; jedoch ist sie zu kurz, und der einzelne Faden zu wenig
fest, um gutes, dauerhaftes Baumwollengarn zu liefern. — Ein ande-
rer merkwürdiger Versuch, welchen Ioh . Wurm, der Vater des Er-
sinders der Flachs-Spinnmaschine, mit der lrautartigen Pflanze zu
Ebenthal in Karnthen gemacht hat, darf hier nicht übergangen wer-
den, ungeachtet das Clima Karnthens noch weniger dem Baumwollbau-
me angemessen ist, als das Clima des sudlichen Ungarns und Slavoniens.
Banater Mi l i tär-Gränze, ein Haupttheil des österr. Mili-
litär-Gränzlandes, gränzt gegen Süden an Serbien, gegen Osten an
die kleine Walachey und Siebenbürgen, im Norden an das Temeswarer
Banat, gegen Westen an die Militär-Bezirke des Peterwardeiner Re-
giments und der Tschaikisten-Bataillons in der Bacser Gespanschaft.
Der Flächeninhalt der B. M. , welche in die Bezirke des deutsch-bana-
tischen und walachisch-illyr. Gränzregiments, ausier den beyden Militär-
Communitäten Pancsowa und Weißkirchen getheilt ist, beträgt
145^ Q. M. Die Zahl der Einwohner wird auf 165,000 angeschla-
gen. Der deutsch-banatische Regimentsbezirk schließt 48, der walachisch-
illyrische 112 Dörfer in sich. Der Boden ist theils eben, theils sehr ge-
birgig, jedoch größtentheils fruchtbar für Getreide, Obst, Wein, Holz.
Die von dem General Veterani den Nahmen führende Veteranische
Höhle ist berühmt. Flüsse sind: die Donau, Theisi, Czerna, Nera und
Körös; übrigens durchströmt der schiffbare Bega-Canal einen Theil des
deutsch-banatischen Regimentsbezirkes. Die Viehzucht bildet einen Haupt-
nahrungzweig, auch die Bienen- und Seidenwürmerzucht wird betrie-
ben. Einige Flüsse und Bäche führen Oold mit sich.
Banco-Obligat ionen, s. Obligationen wiener Stadt
Banco.
Bancozettel wurden schon unter der Kaiserinn Mar ia The-
resia zum leichteren Handelsverkehr zu 12 Mill. in Curs gesetzt. Mit
dem 1. Iuny 1735 kamen neue B. in Umlauf, und diese betrugen 20
Mill. Gulden. Im,. Laufe der langwierigen und äusierst kostspieligen
Kriege, in welche Osterreich gegen das Ende des vorigen und im ersten
Iahrzehent des jetzigen Jahrhunderts verwickelt war, wurde die Masse
der B. allmählig so sehr vermehrt, daß sich im Monath Februar 1811
die gesammte Summe derselben auf 1,060,793,753 Gulden belief.
Diese Vermehrung machte den Credit derselben so sehr fallen, dasil der
Staat nothwendig fand, in Betreff dieses Papiergeldes neue Maßre-
geln zu treffen. Ein unterm 20. Febr. ausgefertigtes, und am 15. März
1811 publicirtes Patent setzte also die B. auf das Fünftheil ihres Nenn-
werthes gegen den Nennwerth eines neuen Papiergeldes herunter, und
mit Ende Jänner 1313 durch Einlösung gänzlich außer Curs. — Statt
derselben wurden für die Summe von 211,159,750 Gulden Einlösungs-
scheine zu 1, 2, 5, 10, 20 und 100 Gulden, datirt vom 1. März
Oesterr. Nat. Encykl. Bd. l. . ^2
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie