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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 178 -
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178 Banderie. — B^nffy. 1611, in Umlauf gesetzt. — Für Capitalsrückzahlungen der Schuldner an ihre Gläubiger in neuem Papiergelde wurde eine gesetzliche Scala über den Curs der B. vom Monath Jänner 1799 an bis zum Monath März 1311 zu 103 bis herab 500 nach dem Maßstab ihrer nach und nach erfolgten Entwerthung in dem angeführten Patent bestimmt, so dasi seit October 1310 auch Capitalien nicht im geringsten mehr als das Fünftel des Nominalbetrags so wie die B. selbst ausmachten. Die ent- standenen sogenannten Scala-Processe haben durch mehrere Jahre die Gerichtsbehörden viel beschäftigt. Banderie heißt in Ungarn jedes unter einer eigenen Fahne ver- sammelte Insurgentencorps (Van6erium, Vannerium, deutsch Banner oder Panier), und bezeichnet im grammatischen Sinn eine Fahne, und figürlich eine Schar Krieger unter eigenem Panier, oder der nähmlichen Fahne, Standarte. Zur Abwehrung feindlicher Gränzstreifereyen waren in alter Zeit die nächsten Prälaten mit ihren Lehensmännern, die Reichs- und die großen Erbbarone mit ihren Fahnen (Banderien) und der in der Nachbarschaft cantonirende kleine Adel, oft groß und stark genug; wenn aber die Landesgränze vom Feinde durchbrochen wurde, rückten sie alle unter einem Panier aus dem großen Reichslager. Der Edelmann ohne Besitz reihte sich persönlich unter die Fahne des Königs. Bandur i , AnselM/ geb. in Ragusa 1670. Schon in seinem jugendlichen Alter trat er in den Benedictinerorden. Er studirte zuerst in Neapel, die Liebe zu den antiquarischen Wissenschaften brachte ihn dann nach Florenz. Der Großherzog Cosmus I I I . schickte ihn bald darauf nach Paris zu seiner weiteren Ausbildung, dazu hatte ihm nähmlich der gelehrte Alterthumsforscher Mont faucon, welcher B. auf seiner ital. Reise kennen lernte, gerathen. In Paris wurde B. 1715 Ehrenmitglied der Akademie der Inschriften, 1724 Bibliothekar desHerzogs von Orleans und starb am 14. Iän. 1743. Sein gelehrter Nahme lebt in folgenden, die Geschichte, Verfassung und Verwaltung des oströmischen Reiches erläuternden Schriften: Imperium oriental?, 5ive AntiyuNates (loiiztaMlnopolilInae, Paris, 1721 (nachgedruckt zu Venedig 1729) in 2 Bdn. mit Kupf. Durch diese Arbeit wurde B. ver- anlaßt, eine Sammlung von allen Medaillen der römischen Kaiser, von Trajan bis zur Einnahme von Constantinopel zu veranstalten, die er in 2 Bden. unter dem Titel herausgab: Numi5mata iinpei-atoi-um roma- norum 21'i-g)2ii0 in^e Decio 26 kaiaeolo^oz^u^uztoz. Paris, 1718. Banfalva, s. Apetlan. Bänffy, ein altes adeliges Geschlecht in Ungarn von der Familie Thonisoba abstammend. Unter dem Gubernator Johann von Hunyad zeichneten sich Benedict B. von Lossony und Stephan B. von Als« Lindva aus. Unter dem trägen Wladislaw I I . war Nico lausB. einer der Unterfeldherrn gegen den mächtigen Herzog von Uj lak. Ioh . B. nahm Theil an der unglücklichen Schlacht bey Mo- häcs d. 29.Aug. 1526, entrann der Niederlage, ward Palatin des Ge- genkönigs Ioh . Zäpolya, und starb 1534. Dafür ergriff B a l t h a- sar B. die Partey des rechtmäßigen Königs Ferdinand I., von dem er zum Woywoden von Siebenbürgen ernannt wurde. Dionys
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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