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— Bank-Actien. 179
B. reiste als Abgeordneter der Siebenbürger nach Wien, und war einer
der vornehmsten Rathgeber des letzten siebenbürg. Fürsten Michael
Apafi. Früher schon zeichnete sich"aus LukasB., zuerst Bischof von
Er lau, dann (von 1153 bis 1174) Erzbischof von Gran , unter den
Königen Geysa I I . , Stephan I I I . und Stephan IV., gest. 1174.
Er war ein warmer Patriot und stuatskluger Mann, der Ungarn von
der Unterjochung des schlauen byzantinischen Kaisers Manuel rettete.
Die Familie besitzt den Marktflecken Bänffy Hunyad in der Gespan-
schaft Klausenburg mit einem Schlosse.
B^nffy, Georg, Graf v., siebenbürg. Gouverneur. Er war
geb. am 24. Dec. 1747 zu Päski im Hunyader Comitate. Zur Aus-
bildung seiner früh sich äußernden Fähigkeiten sandte ihn sein Vater 1756
in das Theresianum nach Wien. Die grosie Kaiserinn Mar ia The-
resia, die jenes Institut ins Leben gerufen, würdigte die Zöglinge
desselben besonderer huldvoller Aufmerksamkeit. B.'s Talent und Ver-
wendungen konnten ihr nicht entgehen. Nachdem er unter den Auspicien
der Kaiserinn eine öffentliche Disputation gehalten/ verlieh sie ihm die
k. t. Kämmererwürde, und lies; ihn bey der siebenbürg. Hofkanzley,
der königl. ungar. Hofkammer und dem Staatsrathe practiciren. Die
vorzüglichste Geschäftsanleitung ward ihm durch den Staatsrath Geb-
le r. Die gleichstimmigen Berichte seiner Vorgesetzten vermochten sie,
ihn 1771 beym mähr. schles. Gubernium als Rath anzustellen, wo er
:um Mitgliede der Sanitäts-Commission erwählt wurde. Das nächste
Jahr ward er Rath beym siebenbürg. Thesaurariat. Als solchen beehrte ihn
hie Kaiserinn mit der Obergespanswürde des Klausenburger Comitates,
und vertraute ihm die Stelle eines Directors des Klausenburger Lyceums
1777. Zum Rathe beym siebenbürg. Oubernium wurde er 1731 beför-
dert. Er war 1732 schon zum Thesaurarius bestimmt, als die sieben-
bürg. Hofkanzley mit der ungarischen vereinigt wurde, und Kaiser
Joseph's Vertrauen ihn zum Vice-Kanzler dieser Hofstelle ernannte
und 1733 mit dem Commandeurkreuze des St. Stephansordens schmück-
te. Er war unter Kaiser Joseph einer der sieben dienstthuenden Kam-
merherren und begleitete in dieser Eigenschaft den Monarchen auf der
Reise durch Siebenbürgen (1786). 1737 stellte der Kaiser den noch
nicht vierzigjährigen B. als Gouverneur nach Siebenbürgen, der aber
die Geschäfte mit solcher Einsicht leitete, daß das ehrenvolle Ver-
trauen seines Monarchen stets wuchs, und ihm die Achtung und Lie-
be des Landes in so hohem Grade zusiel, daß, als die Iosephinische Ord-
nung der Dinge durch seinen Nachfolger Leopold I I . wieder geändert
wurde, die 1790 versammelten Stände ihn neuerdings als Gouverneur
installirten. Ihre Zufriedenheit mit seinen Diensten bezeigten LeopoldII.
durch seine Ernennung zum wirkl. geheimen Rath, Kaiser Franz
aber durch die Verleihung der Oroßbreuze des Stephans- 1792, des
Leopoldsordens 1H10, und des goldenen Civilverdienst-Kreuzes 1315.
— Er starb den 5. Iuly 1322.
Bank, s. Nationalbank.
Bank-Actien, österr. Sie beruhen auf der 1816 eingetretenen
Errichtung einer priv. österr. Nationalbank in Wien. Die Anzahl der
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie