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l88 Bartenstein. — Bärtfay,
ches Fußvolk. Die Brücke wurde unter feindlichem Feuer abgeräumt,
und die besetzten Höhen schnell genommen. Das feindliche Geschütz, durch
eine herbeygeeilte Batterie bald zum Schweigen gebracht/ zog sich in die
Stadt zurück, wohin die Reiterey folgte. Da das Thor verrammelt war,
drang eine Abtheilung der A-liirtsn durch einen Mauerbruch ein, und
drängte den feindlichen Nachtrab aus derselben. Die Franzosen, aus ei-
ner Stellung in die andere geworfen, und in Gefahr, von der Reiterey
des 3. Armeecorps überflügelt zu werden, zogen sich zurück. Das 4. Corps
langte auf einer andern Seits gerade in dem Augenblicke an, als die
feindlichen Massen ihren Rückzug angetreten hatten, und übernahm
deren weitere Verfplgung gegen Troyes, wobey es noch zu einer Kano-
nade lam.
Bartenstein, I oh . Christoph Freyh. v . , aus einem altade-
ligen niedersächsischen Geschlechte, welches sich zuletzt in St raß bürg
seßhaft machte, geb. daselbst 1689, kam 1714 nach Osterreich, und trat
von der Protestant, zur katholischen Kirche über; mit tiefen Kenntnissen
im Fache der politischen Wissenschaften, des Cameralwesens, desSraats-
rechtes, ausgestattet, ist er zu höhern und wichtigen Ämtern in Osterreich
verwendet worden. 1721 erhielt er schon eine Hofrathsstelle, wurde
1727 geh. Staatssecretär; 1733 erlangte er den Freyherrnstand, 1753
die geh. Rathswürde und wurde Vicekanzler bey dem General-Directorium,
auch Präsident verschiedener Hofcommissionen, trug als geh. Staatsse-
cretär vorzüglich zur Gründung des geh. Haus-, Hof- und Staatsar-
chives bey, und führte die Direction desselben. Er, der an der prag-
matischen Sanction wesentlich mitgearbeitet, und in den bedrängnißvollen
Zeiten der Kaiserinn Mar ia Theresia große Treue und Ausdauer an
den Tag gelegt, hatte auch an der Erziehung des Thronfolgers Joseph I I .
den thätigsten Antheil genommen, und zum Unterrichte desselben als
Kronprinzen gehaltvolle Compendien über den Kaiserstaat und dessen Ver-
waltung, Nachrichten von den ungar, und siebenbürg. Bergwerken,
Rechtscompendien :c. in 9 Bdn. geschrieben, welche in der berühmten
Cerroni'schen Manuscriptensammlung vorkommen. 1764 mit dem
Commandeurkreuz des neu errichteten königl. ung. St. Stephansordens
zu Frankfurt , als zweyter
Wahlbothschafter bey.
Bart fay, Ladisl . , auch unter dem Nahmen Vändorf i be-
lannt, den 6. May 1797 zu Felsö-Vandsz in Ungarn geb., studirts
zu K aschau bis 1315, und weihte sich 2 Jahre der juristischen Praxis.
Zu dieser Zeit ward er mit der deutschen Literatur bekannt, und gewann
Goethe vor allen Andern lieb. Ein Lustspiel und mehrere lyrische Ge-
dichtewaren die ersten Versuche seiner Muse. 1317 legte er zu Pesth
den Eid als Notar der königl. Tafel ab; doch bald darauf wurde das
Creiren neuer Advocaten suspendirt, und B. fand sich dadurch veranlaßt,
bey der gräfl. K ä r o l y i'schen Familie die Secretärstelle anzunehmen.
In dieser Eigenschaft bestand er 1323 die Prüfung zur Erhaltung des
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie