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Bartfeld. — Barth. 189
Advocatendiploms. Er schrieb Sonette (Aurora, 1323—24) und eine
große, in jeder Beziehung treffliche Novelle: kil iU^i len^
zche
^iovelle: iviliu^l ten^ j35 «eg^
ß ('Aur. 1326), die ihm unter den besten ungar. Prosaikern einen
Rang verschafft.
Bartfeld, ungar. königl. Freystadt im nördl. Bezirk des Saroser
Comitats, auf einer Anhohe an den Bächen Tepla und Lanka gelegen,
eine der ältesten Städte Ungarns, die, mit Einschluß ihrer Vorstädte,
aus 703 Haus., die häusig geschmacklos gebaut, bemalt und mit lan-
gen Inschriften versehen sind, und 6,000 deutschen und slavischen Einw.
besteht. Der Hauptplatz bildet ein längliches Viereck, in dessen Mitte
das Stadthaus mit dem an alten Documenten sehr reichen Stadtarchiv
steht; die tathol. Stadtvfarrkirche ist ein altes gothisches Gebäude ohne
Thurm. B. hat noch eine kathol. Kirche und eine kathol. Hauptschule /
ein Franciscanerllosier, eine evang. luth. Kirche, ein Militär-Knaben-
erziehungshaus, ein k. k. Salz- und Postamt, ein Bürgerspital,
Theater mit Tanzsaal, 3 Papiermühlen, gute Töpfereyen, einen Eisen-
hammer und treibt Handel mit Wein, Hanf, Garn und Leinwand,
aber die größte Merkwürdigkeit sind das auf dem Wege nach Zboro ,
nahe bey B. an 3 Orren quellende berühmte Sauerwasser zum Trinken,
und die 2 Bäder, welche von zahlreichen Curgästen aus Ungarn, Galizien
und Polen besucht werden, und der Stadt den Nahmen des ungar. Pyr-
mont erworben haben. Das Wasser enthält in bedeutender Menge: Koh-
lenstoffsäure; kohlens. oder lufts. Eisen, deßgleichen Natron; salzs.
Natron; kohlen- und lufts. Kalkerde. In geringer Menge enthält es:
Extractivstoff, Glaubersalz, Magnesia, Kiesel und Alaunerde. Es ist
eines der stärkendsten Stahlwässer.
Bar th , Ios. , k. k. Rath und wirkl. Leibaugenarzt, emeritir-
ter Professor der höheren Anatomie, Physiologie und Augenheilkunde,
war 1745 zu M a l t h a geb. Schon in frühester Jugend hatte B.
so unwiderstehliche Neigung zur Zergliederungskunst, daß er sich zu
diesem Behufe nicht nur Thierkörper, sondern auch auf alle erlaubte
Art und Weise menschliche Cadaver zu verschaffen wußte. Die Studien
der Anatomie begann er an seinem Geburtsort und setzte sie dann inRom
fort, wo er im heil. Oeistspitale eine Anstellung als Practicant erhielt.
Der würdige Commandeur des Maltheser-Ordens, Smi tmer , nahm
ihn darauf nach Wien, wo B. unter den berühmten Ärzten Swieten
und S tö rk seine großen Talente vollständig ausbildete. Nebst dem flei-
ßigen Studium der höheren Anatomie, war besonders jenes der Augen-
heilkunde seine Lieblingsbeschäftigung, was damahls für den österr.
Staat umso heilbringender war, weil man noch keinen eigentlichen Augen-
arzt daselbst aufweisen konnte. 1773 wurde B.von der Kaiserinn Mar ia
Theresia als öffentlicher Lehrer der Augenheilkunde an der hiesigen
Universität angestellt. 1774 wurde B., nachdem er eine sehr vortheilhafre
Ali^stellung zu Pav ia aus Vorliebe für Wien abgelehnt hatte, zum
Professor der Augenheilkunde und der Anatomie ernannt und ihm der
kaiserl. Rathstitel ertheilt. Er zeichnete sich nicht nur durch die größte
Thätigkeit und eifrigste Verwendung in seinem Berufe, sondern auch
durch die uneigennützige Art/ womit er sich der Pflege der leidenden
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie