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198 Bastianberg. — Bäthory.
den mit den Türken, er wurde aber nicht gehört und seine Feinde be-
merkten höhnisch, er suche das Kriegsfeuer zu unterhalten, um sich noch
langer dabey zu wärmen. Der gekränkte Krieger zog sich hierauf zurück,
und brachte sein übriges Leben, bis zu seinem 1612 erfolgten Tode, in
Ruhe zu. Früchte seiner Muse waren zwey sehr geschätzte taktische Wer-
ke: HIa68tro 6i campo ^nei-ale. Venedig, 1606. — (^overno
äelia cavallei-ia leggiera. eb., 1612.
Bastianberg, s. Sebastiansberg.
Bata, ungar. Dorf in der Raaber Gespanschaft, mit einer kath.
Pfarrkirche. Die Einwohner sind adelige Prädialisten. Der Fruchtboden
ist hier von vorzüglicher Güte.
Bataszek, ungar. Marktflecken in der TolnaerOespansch., mit einer
Abtey, einer kathol. und griechisch-nichtunirten Pfarrkirche, zählt 3,400
tathol, und 200 griechisch-nichtunirte Einw., gehört mit 6 Dörfern zu
der gleichnahmigen Stiftsherrschaft des k. k. Theresianums in Wien.
Der Getreideboden ist sehr fruchtbar, und der Wein bey B. sehr gut.
B^thory, ein altes, in der ungar. und siebenbürg. Geschichte
höchst merkwürdiges Geschlecht. Es leitet seinen Ursprung von dem deut-
schen Helden Wenzel in, der dem König StephanI . die gastfreyeAuf-
nahme, welche er bey diesem fand, dadurch vergalt, daß er den Rebel-
len Kupa in der Schlacht überwand und tödtete, und dafür wieder von
dem dankbaren Könige viele Güter erhielt. Einige leiten jedoch die Ab-
kunft der Familie von einem andern deutschen Ritter, Nahmens Ste-
phan von Gutgeld ab, der unter Friedrich Barbarossa's Re-
gierung zum König Geysa I I . nach Ungarn fioh. — Als später das Ge-
schlecht der B. sich auszweigte, theilte es sich in 2 Hauptäste von Som-
lyo und von Ecsed. Vom Stamme der B. von Somlyo gelangten
5 Abkömmlinge auf den Fürstenstuhl Siebenbürgens. Andreas B.war
Bischof zu Groß ward ein. Er erbauete daselbst im I. 1350 den Cla-
risser Nonnen ein Kloster, und schenkte ihnen das DorfZeben. Er starb
1345. Lucas B.Bruder, und Stephan B. , Neffe des Vorigen.
König Carl I. schenkte Ersteren 1325 Ecsed, und erlaubte ihm da-
selbst ein Schloß zu bauen und Hivseg (Treue) zu nennen. Letzterer
(Step h an) war zuerst (1423) Erztruchseß. Unter König Albrecht ward
er (1435) Ober-Landesrichter. Nach dem Tode dieses Königs hielt er es
mit König Wladis law von Polen, und siel in der Schlacht bey
Varna 1444, in welcher er die königl. Fahne trug, an der Seite seines
unglücklichen Königs.—Nicolaus B. (v. Ecsed) 1475Waitzner Bi-
schof, studirte in Italien, wo seine Gelehrsamkeit allgemein bewundert
wurde. König Ma thias Corvin nahm ihn unter seine Räthe auf.—
Stephan B., Bruder des Vorigen, ein tapferer Held, war unter
Mathias I. Woywode von Siebenbürgen und Ober-Landesrichter. Er
zeichnete sich in allen Kriegen seines Königs aus, vorzüglich 1479
in der Schlacht auf dem Brodfelde mit den Türken, wo diese gänzlich
geschlagen wurden. Nach Mathias Tode kämpfte er erst gegen dessen
natürlichen Sohn Johann, und dann gegen Kaiser Maximi l ian,
welche Beyde Ansprüche auf den ungar. Thron machten. Er starb 1493.
Stephan, Sohn des Vorigen, Palatin, wurde 1525 auf dem Reichs-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie