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20N Vatorkesz. —Batsänyi.
flüchtete er nach Oroßwardein, wo er 1513 im 26. Jahre seines
Alters ermordet wurde.
Batorkesz (Vatorkeszy), ungar. Marktflecken in der GranerOe-
spansch., mit 1900 magyar., slowak., deutsch, und jüd. Einw., kathol.
Pfarre, schönem gräfl. Palffy'schen Herrschaftsschloß/ Synagoge, und
Weinbau.
Batsänyi, Gabriele v., geb. v. Baumberg, talentvolle Dich-
terinn, geb. zu Wien 1775, wo sie im Cirkel ausgezeichneter Dichter
und Dichterinnen Nahrung für ihren gebildeten Geist gefunden hatte.
Mehrere ihrer Gedichte sind zuerst 1739 und 90 in dem Wiener Musen-
Almanach von Blumauer und Ratschky aufgenommen worden. 1800
erschienen zu Wien ihre gesammelten Gedichte und 1306 gab sie Oc-
dichte mit einer Abhandlung über die Dichtkunst heraus. Das gelungenste
Product ihrer Muse ist: Amor und Hymen; Wien, 1307. Sie ist die
Gattinn desIoh. v. B. (s.d.)
Batsimyi, I oh . v. , den 11. März 1763 zu Tapolcza in
Ungarn geboren, besuchte die Schulen von Weszpr im, Odenburg
und Pesth, woselbst ihn Horäny i besonders auszeichnete, und ihm
behülflich war, in Lorenz Orczy's Haus, als Privatlehrer von dessen
Sohn Stephan, zu gelangen. Daselbst machte er sich durch ein hi-
storisches Denlbuch: ^ ^laß^ai-ok'vit6256F6 (Pesth, 1785) bekannt.
Nach dem Tode seines Schülers, 1735, kam er zur Kaschauer Cameral-
Administration, von wo er 1793 zum Grafen Nik las Forgäcsals
Secretär abging. Doch schon das folgende Jahr machte er sich seiner po-
litischen Freyheit verlustig, die er 1796 wieder erlangend, beym Banco-
amt in Wien Dienste erhielt, 1303 beym Directorium daselbst Hono-
rar-, 1805 aber actueller Concipist wurde, und sich mit derWienerDich-
terjnn O abriele B aumberg vermählte. Von 1309 bis 1313 befand
er sich zu Par is. Gegenwärtig ist ihm Linz zum Wohnorte angewie-
sen.—B.s erstes Auftreten in der Ma^.Muga als Ästhetiker zeigte von
Kenntnissen und Urtheil, und ließ für die Zukunft viel erwarten, zu-
mahl als sich 1788 Kazinczy mit ihm und Bar 6 ti zur Herausgabe
des HlI^ai- Mu56um vereinte, welches aber nur bis 1792 bestehen
konnte. Zu dieser Zeit erfreute sich B. des ausgebreitetsten Wirkungskrei-
ses, da der bedeutende Einflusi, den diese Zeitschrift in die ungar. Poesie
hatte, größtentheils ihm zuzuschr-eiben ist. Seine, /n derselben erschiene-
nen Gedichte hatten viel Beyfall, so wie seine Übersetzungen aus Os-
sian, den er zuerst in Ungarn einführte. Mehrere unglückliche Schick-
sale, die ihn wiederholt trafen, hemmten ihn in seinem Streben, und
seine lange Entfernung von der Heimath ließ ihn mit dem vorschrei-
tenden Geist der ungar. Literatur nicht gleichen Schritt halten, so ward
er in der Literatur fremd, und die Ausfälle, die er in neuerer Zeit (in
einer eigenen Broschüre: ^ 'ma^ar IU6050KK02. Pesth, 1821, und
im Anhange zu Faludi's Gedichten) auf die neue Schule machte, muß-
ten nothwendig erfolglos verhallen. Selbst seine Gedichte, die er mit
neuen vermehrt herausgab (Vei-Zei. Nkökötet. Pesth, 1327), er-
freuten sich nicht des alten Beyfalls. — Ihm verdankt man die Heraus-
gabe von Anyos's Gedichten, und eine neue Auflage der Faludi'schen.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie