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V a t t h y a n y . 203
Studien-Angelegenheiten in Siebenbürgen ernannt. Im zweyten Jahre
seines Bisthums gab er für die geistlichen Seminaristen im Druck heraus:
Norma vitae clericalig, Carlsburg, 1731, und 1734 für die-
selben eine Schrift, in welcher die Amtspflichten der Geistlichen nahment-
lich in Betreff der Krankenbesuche erörtert werden. Graf B. bemerkte und
sammelte auch durch Unterstützung von andern Gelehrten, von der Zeit
an, als er in den Priesterstand getreten war, Notizen über Alter-
thümer, besonders in Betreff der ungar. Nation und Kirche. Aus den
Materialien dieser Sammlung arbeitete er 3 Werke aus, nähmlich die
I^F65 ecciesiasf. Hungrig?, wovon der 1. Theil 1735 zu Carls-
burg, und der 2. zu Clausenburg 1811 im Druck erschien,' dann:
^.cta et scripta 8. l^erarcii, epigcopi (^ZInaäiensiz, cuin 5«ri6
piscop. Oanaä.; dieses Werk erschien ebenfalls zu Carlsburg 1790.
Das dritte Werk: v« rel)U5 ß65ti5 inter I'eräinanäum 6t ^oann.
8i^l8m. Aapol^a 6tc, blieb ungedruckt. Sein Hauptverdienst um die
Wissenschaften lesteht in der Gründung einer Sternwarte zu Carls-
burg, die seinen Nahmen auch bey den spaten Nachkommen erhalten
wird. Nachdem der Bischof dieses patriotische Werk vollendet hatte, starb
er in demselben Jahre, am 17. Nov. 1793.
Batthyany, Joseph Graf von, ein um Kirche und Staat hoch
verdienter ungar. Prälat, selbst dem Kaiser Joseph theuer, Sohn
des Grafen Ludwig v. B., nachmahligen Palatins von Ungarn (1751
— 65). Er wurde zu Wien am 30. Jan. 1727! geb. 1751 erhielt er
zu Preß bürg die Priesterweihe, ward anfangs, sogleich im nächsten
Jahre, Domherr zu Gran, sodann infulirter Propst, erst des damah-
ligen Collegiatstifts zu Stein am an g er, dann zu P reß bürg, 1759
Bischof von Siebenbürgen, 1760 Erzbischof von Colocsa, 1776 Fürst-
Primas von Ungarn und Erzbischof von Gran, endlich 1773 Cardinal-
priester. In den schwierigsten Lagen seines Vaterlandes war er der thä-
tigste Vermittler, Aussöhner und Förderer. Er starb zu Preß bürg
am 23. Oct. 1799.
Batthyany, vincenz Graf von, Erbherr zuNemeth-Ujva r,
l. l. geheimer Rath, Vicepräsident der allgemeinen Hofkammer, und
Obergespan der Honther Oespanschaft, früher Hofrath bey der königl.
ungar. Hofkanzley, Administrator,der Graner Gespansch. und Referent
bey der vormahligen Commerz-Hofcommission in Wien, geb. zu G ratz am
23. Febr. 1772. Sein Vater, der 1306 verstorb. k. k. Kämmerer und geh.
Rath, gewesener Hofkammer-Vicepräsident zu Wien, auch vormahliger
innerösterr. Oubernialrath zu Oratz, Ioh . Georg Graf v. B. , lies;
ihn auf das sorgfältigste erziehen, und bildete dadurch aus ihm nicht nur
einen echten Patrioten und trefflichen Geschäftsmann, sondern auch ei-
nen Schriftsteller, der mit durchdringendem Beobachtungsgeiste, tiefen
Kenntnissen und einer edlen Freymüthigkeit eine schöne Schreibart
verbindet. Natürlich und anmuthig sind die Farben, mit welchen er
das ungarische Küstenland in seinen Briefen (Pesth, 1305) malt.
Nicht minder anziehend sind die Briefe über seine Reise nach Con-
stantinopel, zuerst in Schedius's Zeitschrift von und für Ungarn
(1302 — 3) abgedruckt, und dann besonders herausgegeben (Pesth, 1310).
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie