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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 213 -
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Seite - 213 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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Baumwollstoffhandel.— Bayer. 213 dorfer, Pottendorfer, Schönauer, Steinabrückler, Theesdorfer, Wiener-Neustädter :c.; zu den nicht auf obige Weise privilegirten: die Neunkirchner, Neusteinhofer, Ebenfurther:c. Baumwollstoffhandel. Der Handel mit B. ist ungemein leb- haft, da der Verbrauch derselben in der Monarchie außerordentlich zu- genommen hat. Osterreich und Böhmen machen in weißen und gedruck- ten Waaren erhebliche Geschäfte nach den meisten Provinzen der Mo- narchie. Wien insbesondere schickt einen großen Theil seiner Kunstwe- berey-Artikel, z. B. durchbrochene und gestickte Tülles, broschirte Klei- derstoffe, feine Halstücher :c. nach Italien. Bey Böhmen ist es nicht zu übersehen, daß die meisten der dortigen Fabrikanten die Märkte in anderen Provinzen besuchen und auf solche Art ansehnliche Quantitäten ihrer wohlfeilen Erzeugnisse absetzen. Die Ausfuhr an Baumwollwaaren aus Böhmen nach dem Auslande beträgt über 16,000 Ztr. Die Handels- leute von Reichenberg setzen gewöhnlich an dortigen Erzeugnissen ge- gen 120,000 Stück Kattun, schottische Leinen, Cambrics ;c. ab, das Stück im Durchschnitte zu 11^ fl., folglich zusammen für 1,380,000 st. C. M. Bunte Baumwollwaaren gehen meistens nach Italien. Der ge- sammteWerth der von Reichenberg allein in den Handel gebrachten Baumwoll - Erzeugnisse belief sich 1326 auf ungefähr 1,600,000 fl. C. M. Das Vorarlbergische schickt den größten Theil seiner Erzeugnisse nach Italien, einen Theil auch nach Osterreich. Selbst aus Siebenbür- gen gehen jährlich für 150,000 st. baumwollene Vortücher in die Moldau und Walachey, Baur , Ioh . w i lh . , geb. zu Straßburg 1600, lernte hier die Malerey bey FriedrichBrentel, einem geschicktenMiniaturmaler; da er bald seinen Lehrer übertraf, so reiste er nach Italien. Die herrlichen Umge- bungen Rom's waren eine reichhaltige Quelle zu seinen Studien. Um das Meer mit seinen Schiffen kennen zu lernen, begab er sich nach Nea- pel, verkürzte jedoch seinen Aufenthalt daselbst, weil ihn die Liebe einer jungen Römerinn zurückrief. Nachdem er auch zu Tivol i und Fras- ca ti seine Mappe bereichert hatte, ging er 1637 nach Venedig, wo seine Arbeiten großen Beyfall erhielten. Endlich ging er nach Wien in die Dienste Ferdinand I I I . , wo er 1640 starb. Ungeachtet seines langen Aufenthaltes in Italien behielt B. jedoch immer eine schwerfällige Zeich- nung in den Figuren. Er wußte sie zwar zu beleben, doch fehlt ihnen die leichte Bewegung. Alle seine Gemälde sind klein, auf Pergament mit Wasserfarben gemalt. Auch als Kupferätzer erwarb sich B. einen Nah- men, seine zahlreichen Blätter sind mit einer zarten und geistreichen Nadel ausgeführt. Bayer, Franz Rud. , einer der ausgezeichnetsten tragischen Schauspieler, geb. zu Wien den 30. Nov. 1730. Seine Neigung zur Schauspielkunst, genährt durch den Beyfall, welchen er auf Liebhaber- Theatern erntete, vorzüglich aber der Schauspieler So lbr ig , mit dem er in freundschaftlichem Verhältnisse stand, bestimmten ihn, sich ihr zu weihen. Nach vielfältigen Versuchen und Vorbereitungen trat er auf dem ständischen Theater in Prag den 19. Nov. 1302 zum ersten Mahle auf, und zwar in „Verbrechen aus Ehrsucht." Er fand Beyfall / trotz
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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