Seite - 214 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Bild der Seite - 214 -
Text der Seite - 214 -
2 l l I ave r . — Beamte.
einer etwas ungelenken Declamation. Doch bald hatte er diese und
mehrere andere Schwierigkeiten glücklich besiegt, und sich zu einer solchen
Sicherheif und Vollendung ausgebildet, daß ihm allgemeine Anerken-
nung zu Theil wurde, sowohl in Prag selbst, als auf seinen verschiede-
nen Oastreisen. B/s Vorbild war der unvergeßliche Lange. Zu seinen
Glanzrollen gehören: Czaar Peter, Don Gutierre, Carl Moor, Bal-
boa, Fiesco, Wallenstein, Hamlet, Macbeth:c.
Bayer, Thad. Gdler v./ k. k. Professor, Sanitätsrath, Vice-
Director der medicinischen Facultat zu Prag , Protomedicus der österr.
)lrmee, war 1737 geb. zu Herrnbaumg arten in Osterreich, gest.
zu Wien 1303. Seine Schriften sind: Grundriß der Pathologie, Wien,
1782. — Grundriß der Semiotik, Prag, 1787. ^ Grundriß der Hy-
giena^ eb., 1733.
Bayerischer Krbfolgekrieg. Ohne Erben seiner Linie starb Ma-
ximi l ian Joseph, Churfürst von Bayern, am 30. Dec. 1777; sein
nächster Verwandter Mr Carl Theodor, Churfürst von der Pfalz,
nach einem Erbvertrage zu Pavia 1329 zwischen den beyden Asten des
Wit te lsb ach'schen Stammes, Bayern und Pfalz. Österreich forderte
jedoch einen großen Theil von Bayern unter dem Titel von böhmischen,
österreichischeis und RnMehen für sich, und Carl Theodor erkannte
diese Ansprüche als gültig an. Osterreich hatte wirklich die in Anspruch
genommenen Districte/besetzt/ welcher Vergrößerung sich der König von
Preußen Friedrich I I . mitMußland,widersetzte, und Carl Theodor
glaubte nun selbst, die Forderungen Österreichs zu voreilig anerkannt zu
haben. Den 5. Iuly 1773 rückten die Preußen in Verbindung mit den
Russen und Hachsen, welche die Abtretungs-Urkunde Carl Th eodor's
zu Gunsten Österreichs ebenfalls nicht gelten lassen wollten, in Böhmen
ein. Joseph I I . stand in einer durch die Natur schon festen, durch
Schanzen und Überschwemmungen fast unnehmbar gemachten Stellung
mit 100,000 Mann bey Königgrätz, Feldmarschall Loudon mit
50,000 M, an der sächsischen Oranze. Ersterem rückte Friedrich ent-
gegen, ohne jedoch einen Angriff zu wagen. Letzteren drängte Prinz
Heinrich von Preußen mit einem preußisch-sächsischen Heere bis hinter
die Isar bey Münchengr ä tz zurück, wo sich Loudon mit der Haupt-
armee in Verbindung setzte und eine feste Stellung nahm, aus der er
sich selbst durch die Detachirung des Generals P la ten in seinem Rücken
nicht locken ließ. — Nach diesem vergeblichen Hin- und Herziehen beyder
Armeen in Böhmen, wünschte die Kaiserinn Mar ia Theresia, und
ebenso Friedrich I I . den Frieden; man fing deßhalb zu Iaromierz
Unterhandlungen an. Obschon Joseph I I . den Krieg fortsetzen wollte,
wurde doch 1779 den 13. May der Friede zu Teschen geschlossen.
Osterreich bekam von der angesprochenen Erbschaft das Innviertel und
Braun au, uyd entsagte allen übrigen Forderungen. — Vergl. Für-
sienbund.
Beamte. Die bedeutende Anzahl der öffentlichen B.n des großen
Kaiserthums theilt sich zuvörderst in die 2 Hauptclassen der Staats-und
Privat-B.n. Die Staats-B.n zerfallen dann wieder mit Inbegriff des
Lehramtes in Civil- undMilitär-B.n, die Privat-B.n dagegen in stadti?
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie