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Iec r Georg. — Beer Peter. 223
nifse/ besonders in Sprachen, was ihm bey seinen Reisen und An-
stellungen sehr zu Statten kam. Er wurde zum Hofrath bey der k. k.
Hofrechnungökammer, zum Direcror bey der Hofbuchhalterey milder
Stiftungen, und 1790 zum Gubernial-Vice-Präsidenten in Trieft
befordert. Quiesclrend starb er.zu.Oratz den 8. Oct. 1301. Er schrieb:
Begriff der Staatsbuchführung. >— Erklärung der Staatsbuchführung
1772. — Abhandlung über die Münze I. A. Widmanstädts (in Köh<
lers Münzbelust. Band 3).
Beer, Georg Ios., einer der berühmtesten Augenärzte, geb.
zu Wien 1763. Er war Professor der Augenheilkunde daselbst, und
hatte eine starke und glückliche Praxis. Als Schriftsteller seines Faches
war er sehr thätig und geschätzt. Er starb zu Wien 1313. Seine vor-
züglichsten Werke sind: Beobachtungen über den grauen Staar, mit K.,
Wien, 1791. » -^ Beobachtungen über Augenkrankheiten, mit K., eb.
1791. — Repertorium aller bis 1797 erschienenen Schriften über die Au-
genkranlheiten, 3 Thle., eb. 1799. — Pflege gesunder und geschwäch-
ter Augen, Leipzig, 1800. — Ansicht der staphylomatösen Metamor-
phose des Auges, mit K., eb. 1305. Nachtrag 1306. — Das Auge 3c.,
mit K., eb. 1313. —Lehre von den Augenkrankheiten, 2 Bde./ mit
K., eb. 1813 —15.
Beer, Peter, israelit. Schullehrer zu Prag, ist geb. den 19.
Febr. 1764 zu Neubidschow in Böhmen. Autodidact, wie die Mei-
sten seiner Glaubensgenossen derVor-Iosephinischen Zeit, wurde er an-
fangs zum Studium des Talmud bestimmt, dem er aber keinen rechten
Geschmack abgewann, was ihn auf die pädagogische Laufbahn lenkte.
Nach einem einjährigen Aufenthalte in Prag wurde er 1734 — dem
Zeitpuncte der seiner Nation in Osterreich hereinbrechenden Morgenrö-
the — bey der israelitisch-deutschen Normalschule zu Mat tersdor f
in Ungarn als Lehrer angestellt, dann 1735 in gleicher Eigenschaft an
seinen Geburtsort übersetzt, wo er durch 25 Jahre dieses Amt bekleide-
te, immer auf sich selbst und wenige literarische Hülfsmittel beschränkt,
als Vater einer zahlreichen Familie nach dem gewöhnlichen Loos der
Landschullehrer mit Entbehrungen aller Art ringend, doch immer unge-
beugten Geistes trotz lähmender Verhältnisse und flacher Umgebung mit
dem Genius der Zeit fortschreitend, stets voll Feuereifer bemüht, mit-
zuwirken zur heilsamen Reform und Cultivirung der Juden. Manches
Nützliche hat B. in dieser Hinsicht als Schriftsteller zu Tage gefordert,
besonders da seine äußern Verhältnisse sich verbesserten und sein Wirkungs-
kreis sich erweiterte, indem er 1311 die Lehrstelle der Moral, Geogra-
phie und Geschichte an der israelitisch-deutschen Hauptschule zu Prag
erhielt, wozu er noch 1312 provisorisch, mit dem Unterrichte in der re-
ligiösen Moral für die an den 3 Prager Gymnasien studirenden israelir.
Jünglinge, beauftragt wurde. 1334 erhielt er für sein? lehrämtlichen
Verdienste die mittlere goldene Ehrenmedaille und eine Personalzulage.
Seine Schriften sind: Biblische Geschichte, hebräisch mit deutscher Über-
setzung und moralischen Anmerkungen, in mehreren Auflagen.—Kelch
es Heils, Prag, 1302. (Aufsätze über die bürgerliche Verbesserung
er jüdischen Colonie in Böhmen.) — Geschichte der Juden nach Jose-
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie