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324 B e e t h o v e n .
phus Flavius, Wien, 1803. — Das Iudenthum, 2 Bdchen., Prag,
1810.
(Unvoll
1321
der Juden, 2 Bde., Brunn, 1823. (Hauptwerk. Mit Fleisi und
Gründlichkeit zusammengestellt.) — Handwörterbuch der deutschen Spra-
che, 2 Bde., Wien, 1827. — Leben und Wirken des Rabbi Moses
von Maimon, Prag, 1834. Dieser fleißige Schulmann hat auch ein
Gebethbuch für gebildete Frauenzimmer mosaischer Religion edirt, so
wie mehrere Gelegenheitsschriften, Reden :c., und war ein besonders
thätiger Mitarbeiter an den Annalen der österr. Literatur.
Beethoven, Ludw. van, der berühmteste und genialste In-
strumental-Componist neuerer Zeit, wie überhaupt einer der größten
Tonseber aller Zeiten, wurde geb. zu Bonn den 17. Dec. 1772.
Sein Vater, Anton v. B., war Tenorist in der Capelle des Churfür-
sten Max. Friedrich v. Cöl ln, und ertheilte ihm den ersten musik.
Unterricht. B.'s großes Genie erwachte schon im frühesten Knabenalter,
er zog die Musik jedem Vergnügen vor, an welchem Kinder wohl sonst
Freude zu haben pflegen. Bald genügte der Unrerricht seines Vaters
nicht mehr. Der Hoforganist van der Eden, der beste Clavierspieler
in Bonn zu damahliger Zeit, übernahm ihn nun, und B. machte
bald so reißende Fortschritte, daß er in der ganzen Gegend das musikali-
sche Wunderkind genannt wurde. Nun wurden seine außerordentlichen
Talente auch dem Churfürsten bekannt, und B. durfte sich oft in der
Capelle und auch in den Privatzimmern desselben hören lassen, was ihm
zu großer Aneiferung diente. 1782, nach v. d. Eden's Tode, wurde der
rühmlich bekannte Christian Gottlob. Neefe, B.'s Lehrer, welcher
seinen Schüler gleich an die Quelle des besten Geschmackes führte, und
ihn mit den Meisterwerken Sebastian Bach's bekannt machte, die
den jungen Künstler mit Entzücken erfüllten und einen Eindruck auf sein
Gemüth machten, der sein ganzes Leben durch unauslöschlich blieb. Durch
das eifrige und freudige Studium der B a ch'schen Werke, bildete sich.nicht
allein B.'s Geschmack auf das richtigste aus, sondern seine Hände erwar-
ben sich zugleich jene Fertigkeit, durch welche er sich in spätern Jahren
so sehr auszeichnete; so spielte er schon in einem Alter von 11 Jahren
das durch seine Vortrefflichkeit und Schwierigkeit gleich ausgezeichnete
wohltemperirte Clavier mit einer Präcision und Fertigkeit, daß er allge-
meinen Beyfall, selbst von Künstlern erntete. Eine Stelle im Kra-
mer'schen Magazin der Musik 1785 enthalt über diesen Gegenstand fol-
gende interessante Prophezeyung, welche, dem Schicksale neuerer Prophe-
zeyungen entgegen, obendrein eintraf, und zwar in vergrößertem Maß-
stabe : „L. v. B. ein Knabe von 1 lIahren und vielversprechendemTalente. Er
spielt sehr fertig und mit Kraft das Clavier, liest sehr gut vom Blatte,
und um alles mit einem zu sagen: er spielt größtentheils das wohltem-
perirte Clavier von Sebast. Bach, welches ihm Hr. Neefe unter die
Hände gegeben. Wer diese Präludien und Fugen durch alle Töne (wel-
che man fast non p1u8 ultra nennen könnte) kennt, wird wissen, was
das bedeute. Hr. Neefe hat ihm auch, so ferne es seine übrigen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie