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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 226 -
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Seite - 226 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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32« B e e t h o v e n . die bttrübendste Weise, hinauslauft. Ungefähr um 1810 schlug B. einen rortheilhaften Ruf nach England aus, da ihn sowohl Bande der Dank- barkeit, als auch des Blutes an Osteneich fesselten, wohin ihn 2 Brü- der gefolgt waren, in deren Nahe er Familienfreuden fand, die seinem Herzen das Theuerste waren. Spater aber hatte er sich fast bewogen ge- funden, einen zweyten, als Capellmeister des damahligen Königs von Westphalen anzunehmen, indem ihm beydem Druck, welchen die Künste Schätzers, des Erzherzogs Rudolph, so wie der für die Kunst zu früh verstorbenen Fürsten Lobkowitz und Kinsky noch glücklich abgewendet, und B. wurde eine jahrliche lebenslange Pension von 2,000 fl. unter der einzigen ehrenvollen Bedingung angebothen und zu Theil, daß er den Aufenthalt in Osterreich nie gegen jenen im Auslande vertausche. Bey solcher Begünstigung konnte nun B. nicht bloß sorgenfrey, sondern auch bequem leben, da er noch außer dem bedeutenden Honorar für seine Werke manches werthvolle Geschenk für Dedicationen empfing. Nachdem er schon mehrere seiner classischen, an unvergänglichen Schönheiten überströmen- den Symphonien geliefert, und sich dadurch bereits mit Recht den Nahmen des ersten und größten Instrumental-Componisien erworben hatte, erschien auch 1314, während der Anwesenheit der verbündeten Monarchen, seine gro- ße Oper: Leonore (in neuerer Bearbeitung Fidelio) zum hohen Entzücken jedes Fühlenden und Gebildeten, und zeigte, wie Herrliches der Mei< ster auch im Felde der dramatischen Kunst vermöge, und zwar trotz der damahls etwas mangelhaften Aufführung, besonders von Seite des Or- chesters, wovon zum Beweise hinlänglich ist, daß die schöne und charak- teristische, zu dieser Oper gehörige Ouvertüre in O^ui-, welche jetzt bey jedesmahligem Anhören mit dem größten Enthusiasmus aufgenommen wird, damahls ganz spurlos vorüber ging, ja daß sogar B. gezwungen war, eine neue in L-6ul-, ebenfalls vortreffliche, nur geräuschvollere dazu zu schreiben. Seither hat die Oper: Fidelio, allenthalben, wo sie gut gegeben wurde, großes Glück gemacht, und wurde erst neuerlich in L o n- donundParis mit ungetheiltem Entzücken aufgenommen. Nun war B.s Ruhm durch die gerechte Anerkennung seiner gebildeten Zeitgenossen ge< gründet,einzelneHaarspalter, die sichs zum angenehmsten Geschäfte machen, dennoch ganz bleiben. Nebstdem wurden ihm auch die ehrendsten Auszeich- nungen zu Theil. Nach der ersten Aufführung seines charakteristischen Ton- 300 Ducaten; in England vereinigte sich eine Gesellschaft, B. ein Ge- schenk mit einem Fortepiano aus den Handen des ersten dortigen Mei- sters zu machen, und der Wiener Magistrat ernannte ihn zum Ehren- . bürger der Stadt. Von dieser Zeit (1815) an, begann sich jedoch ein
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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