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emirkapi. — Demnia. 695
litlrischen Charakters, seinen Abschied zu nehmen. Seitdem widmete er
sich (25 Jahre im Auslande lebend) mit abwechselndem Erfolge fast nur
der Schriftstellerey. Seine, Österreich betreffenden Schriften sind: Sta-
tistisches Gemälde der österr. Monarchie. Wien, 1796. — Versuch über
die Staatskräfte der österr. Monarchie, eb. 1797. — Darstellung der
österr. Monarchie nach den neuesten statistischen Beziehungen. 4 Thle.
in 5 Bdn. eb. 1304 —> 7. Hieraus erschien als Übersetzung von
Roth und Naymond: I^kieau A60Ai-2pki^u6 et polin^u? 6?8
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ßranu« ^i-ln^ipauie «6 ^ i-an^ivanie. 2 Bdn. Paris, 1309. Seine
vorzüglichste Arbeit, ein gehaltvolles, practisches Werk ist: Anleitung
zum Selbststudium der militärischen Dienstwissenschaften, 3 Bde. mit
Kupf., Wien, 1809 — 10. Der 1. Bd. (Waffenlehre) erschien 1312
und 1323 in neuen Auflagen von R i t t i g v. Flamm enstern. Der
2. und 3. Bd. waren auch unter den selbstständigen Titeln: Terrain -
und Gefechtslehre und Manövrirkunst ausgegeben worden. — Statisti-
sche Darstellung der illyr. Provinzen. Tüb., 1310.— Der deutsche
Bund, Leipzig, 1319. — Statistik des österr. Kaiserthums, eb. 1320.
Außerdem lieferte er noch verschiedene Aufsatze in L iechtenstern's
Archiv für Geographie und Statistik. D. hatte in seiner frühern Zeit
hausig mit Widerstand zu kämpfen; diesi kann aber nur mehr seinem
etwas eckigen Charakter, als einem Mangel an Kenntnissen und Fähig-
keiten zuzuschreiben seyn, den man ihm hie und da so gerne vorwerfen
möchte; mit bloßen Compilanonen hat D. sich nie abgegeben. WW
Demirkapi oder das eiserne Thor, merkwürdige Felsenge zwi-
schen der Militärgränze und Serbien. Eine halbe Stunde unterhalb
dem Strudel von Tachtali verengt ein von serbischer Seite weit vor-
springender Felsgrat die Donau bis auf 200 Schritte. An der österr.
Seite fallt die Felswand breit und senkrecht zum Strom ab. Das Ge-
birge an dieser Seite von Tachtali bis D., den 2 gefährlichen Pas-
sagen für die Donauschifffahrt, heißt Alibeg (FürstAli); ein kolossales
Felsenhaupt, weiß und weithin schimmernd, hat diesem Nahmen den Nr-
svrung gegeben. Der Strom schießt mit heftiger Gewalt durch die Enge
des eisernen Thores, und breitet sich gleich jenseits schnell rechtshin aus.
Für kleine Fahrzeuge mitgeschickten Fährleuten, stromabwärts, ist die
Gefahr so groß nicht. Die Serben nennen dieses eiserne Thor (^ornj«
jerclap) (das obere) zum Unterschiede von dem Donje Djei äap, wel-
ches sich weiter hinab zwischen O r s o w a und Kladowa besindet.
Durch die gemeinnützige Thätigkeit in Wegräumung jener Naturhin-
dernisse, welche von Moldawa bis zum eisernen Thore der Besah-
rung des Flusses entgegenstehen, wird die Scbifffahrt auf der Donau
und insbesondere die Dampfschifffahrt einen höhern Schwung gewinnen,
woran sich in commerzieller Hinsicht bedeutsame Erfolge knüpfen. Vergl.
Donau.
Demnia (Demna), galiz. Dorf im Stryer Kreise, mit Stein-
brüchen, woraus die Steine in die ganze umliegende Gegend und bis
Lemberg verführt werden.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie