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Derecske. — Desenzano. 699
tere wissenschaftliche Reisen im I n - und Auslande, so wie durch schrift-
liche und practische Leistungen im Fache der rationellen Landwirthschaft
bekannt. In Tokay am 6. October 1802 geboren, wurde er nach vollen-
deten Studien beydem Direcrorat der causarum i-ezaüum in Pesth
angestellt, und 1327 zum königl.Directoral-Fiscal daselbst ernannt.
Beym Landtage 1825 — 27 ward er Mitglied der durch den 30. Oe-
sehartikel ernannten Reichstags - Deputation, und 1830 zum über-
zahligen Hofsecretar der k. l. allgemeinen Hofkammer, 1334 aber zum
wirklichen Hofsecretar dieser Hofstelle mit der Dienstleistung bey der k. k.
Patrimonial-Avitical- und Familiengüter-Oberdirection befördert. Wir
haben von ihm: Bericht an die k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in
Wien, über eine 1332 — 33 durch Italien, Frankreich, Spanien,
England, Belgien und Deutschland unternommene Reise. Diese treff-
liche Schrift ist 1334 deutsch bey Oerold in Wien , ungarisch bey
Landerer in Pesth zugleich erschienen.
Derecske, ungar. Marktflecken im Biharer-Comitat, mit5,320
Einw., die etwas Sastor und viele Gartengewächse bauen; einer kath ol. und
einer reformirten Kirche. In seiner Nahe liegen 4 Sodaseen, an denen
im Sommer, wenn sie vertrocknen, die Erde gesammelt und ausgelaugt
wird; ein fünfter See, Fing6-t6 genannt, wird seit undenklicher Zeit
zum Baden benutzt. Die hiesigen Perlenmuscheln, welche zwar nur klein
sind, gleichen jedoch an Schönheit den orientalischen.
Derflinger (Dörfling), Georg Freyh. von, brachte es,
als der Sohn armer Ältern, auf der militärischen Laufbahn zu den höch-
sten Ehrenstellen. Die Berichte über seinen Geburtsort sind sehr verschie-
den; nach Einigen wurde er 1606 in einem Dorfe Böhmens, nach An-
dern in Osterreich geboren. Sein Vater widmete ihn dem Schneider-
handwerke; er aber nahm Kriegsdienste unter dem Grafen Ma th ias
vonThurn, machte die entscheidende Schlacht auf dem weißen Berge
mit, und ging hierauf zu den Schweden. Er zeichnete sich bey mehreren
Gelegenheiten sehr vortheilhaft aus, stieg zu höheren Posten auf, und
wurde, als er 1642 die Unterhandlungen mit Räkoczi glücklich voll-
endet hatte, zum Generalmajor befördert. Als der westphalische Friede
dem langen Kriege ein Ende gemacht hatte, trat er in brandenburgische
Dienste, und wohnte von 1654,— 95 allen Schlachten bey, welche der
Churfürst Friedrich Wi lhe lm gegen Polen, Schweden und Frank-
reich kämpfte. 1663 eroberte er S t ra l sund , wurde 1670 General-
feldmarschall, 1677 Obergouverneur aller pommerischen Festungen, 1673
Statthalter in Hinterpommern, welche Würde er bis 1695, seinem To-
desjahre , mit vieler Umsicht bekleidete.
Dernis (Dernich), dalmat. ehemahlige Stadt und Festung, nun
ein Flecken mit 950 Einw., im Kreise von Zara, liegt am rechten
Ufer des Cicolaflusses.
Desenzano (Desengano), lombard. Marktflecken in der Deleg.
Brescia, hart am südwestl. Ufer des Gardasees, so das; seine Hau-
ser zum Theil von den Wellen bespült werden, und an den Abhang eines
niedrigen Hügels sich lehnen. Der sehr reinlich aussehende und durch
seine Lage einen angenehmen Sommeraufenthalt gewährende Markt
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie