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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 706 -
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706 Diakovär. — Dichterkrönung in Oesterr. deutendsten. Öffentlicher Gesellschafter ist Ant. Sp ina . Unter D.'s Verlagsartikeln zeichnet sich besonders aus: Reicha's Lehrbuch der Com- positionslehre, nach dem Französischen von Carl Czerny/ 10 Thle. Seine.eigenen Compositionen sind voll von lieblichen Gedanken und Me- lodien; seine Kirchenmusik ist leicht ausführbar, und seine sehr zahlrei- chen Arrangements kann man nur zweckmäßig nennen. Unter die schätzbarsten seiner Werke gehören: Die Iugendbibliothek, viele Sonaten für Anfänger, sowohl zwey- als vierhändig und seine Arrangirungen. Diakovär(Deakov^r)/ slavon. Marktflecken imVeröczer Comi- tat, mit3,500 Einw., Sitz eines kathol. Bisthums (von Bosnien) und seines Domcapitels, mit einer schönen Cathedralkirche, einem theolog. ' Seminar, einem 1307 errichteten bischöfl. Lyceum und einer kathol. Hauptschule. Dichterkrönung in Oesterreich. Diese schöne Sitte des Al- terthums wurde vom Kaiser Friedrich I I I . auf deutschen Boden ver- pflanzt. Der um die Wissenschaften hochverdiente Conrad Celtes war der erste, welcher den Lorbeerkranz aus des Kaisers Hand erhielt. Ohne Widerrede hat diese feyerliche Anerkennung des Verdienstes eine tiefe Be- deutung, und nur ein Ausarten, wie es nach der Mitte des 17. Jahr- hunderts und wohl auch früher in Deutschland der Fall war, tonnte den schönen Geist erdrücken. Auf Wien's literarischen Horizont außevte er durch mehrereDecennien einen höchst wohlthatigen Einfluß; denn in sei- ner ganzen Fülle hatte ihn Max imi l ian I. aufgefaßt, und als seine hohen Zwecke vorzugsweise fördernd, mit besonderer Liebe gewürdigt. Tief war in Osterreich unter Friedrich's I I I . langer trüber Regierung Kunst und Wissen gesunken; die endlosen inneren Kampfe, der Ungarn Siege hatten fast den letzten Funken erstickt. Wie nach solcher Zerrüt- tung eine so schnelle bessere Gestaltung der Dinge möglich geworden, bleibt für immer ein Gegenstand glühender Bewunderung, denn in we- nigen Jahren gehörte Wien's Universität zu den ersten Europa's! Aus ihr gingen die größten Männer hervor, und ihre Vorlesungen besuchten oft mehrere tausend Jünglinge aus allen Ländern. So hat Maximi- l ian, wie kein Herrscher vor ihm, durch Beyspiel und Würdigung auf Kunst und Literatur gewirkt. Kaum wieder Herr des alten Ahnenfitzes siel sein erstes Augenmerk auf wirksame Mittel geistiger Ausbildung, und in kurzer Zeit'bestiegen die erstem Gelehrten Deutschlands und Italiens die leeren Kanzeln. Neue Vorlesungen wurden begründet; darunter das Collegium der Beredsamkeit und Dichtkunst, ausgerüstet mit jenen Be- günstigungen, ohne die kein wahres Gedeihen denkbar, und an seiner Spibe den ersten Dichter seiner Zeit: Conrad Celtes. Schon mit dem Beginne des 16. Jahrhunderts zeigten sich die erfreulichsten Früch< te, denn wir begegnen manchem Dichter dieser Zeit, der sowohl durch inneren Gehalt, als auch durch seltene Beherrschung der Sprache höchst überraschend an das kräftigeVorbild mahnte. Max imi l ian reichte selbst mehreren den poetischen Lorbeerkranz, und nie ohne erhebende Umstände, um den Eifer zu steigern und das Verdienst würdig zu ehren. So zu Linz 1501 bey der Aufführung des Schauspiels: I.i^u8 Oianae durch den Verfasser Celtes und seine gelehrten Freunde. Im dritten Acte
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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