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^.^)ienstbothenordnung. — Diesbach. 7i>9
stein, Neuhaus im Cillier Kreise, Gü l ten zu Osterwitz im
Santhale, und zu St . Peter bey Grätz, Poglet und Spar-
bersbach an sich. Donatus v. D. wurde mit dem ganzen^ Geschlechte
den 1. Iuly 1766 in den Freyherrnstand erhoben.
Dienstbothenordnung. Diese, die Sicherstellung des Verhält-
nisses zwischen Dienstgeber und Dienstbothen, die Bewahrung der Mo-
ralität, so wie der gesellschaftlichen Rechte letzterer, bezweckende Vorschrift,
wurde den 1. May 1310 bekannt gemacht, deren genauer Beobachtung
sich jedes in Dienst stehende oder Dienst suchende Individuum, so wie
jeder Dienstgeber bey Verantwortung zu unterziehen hat. Seit eben
dieser Zeit vertheilt auch die niederösterr. Landesregierung jährlich 10
Prämien für wohlverdiente Dienstbothen beyderley Geschlechts. So z.B.
erhalt ein Dienstbothe, welcher 25 Jahre ehrlich und treu und während
dieser Zeit 10 Jahre lang bey einer und derselben Familie gedient hat,
eine Prämie von 150 st., welcher gewöhnlich die Gesellschaft der adeligen
Frauen in Wien noch eine Summe von 50 oder 100 st. beyfügt.
Dienten, oberösterr. Dorf im Salzburger Kreise, aus zerstreut
liegenden Hausern bestehend, und im engen Diententhale liegend, hat
ein Eisengußwerk, eine große Nagelschmiede und andere Eisenwerk-
statten.
Diesbach, Ioh. Friedr. Graf v., Fürst v. St. Agatha,
l. l. General-Fe'dmarschall-Lieutenant, geboren zu Freyburg in der
Schweiz 1677 , trat nach einer sorgfältigen patrizischen Erziehung
1695 in französische Kriegsdienste bey dem Schweizer Oarderegiment,
gab in verschiedenen Actionen in den Niederlanden Proben einer selte-
nen Tapferkeit, empfand es aber schmerzlich, daß man ihn bey militä-
rischen Beförderungen zurücksetzte, und verlangte segnen Abschied. Jetzt
trat er in österreichische Dienste, wurde 1714 General-Feldwachtmeister,
und commandirte in dem 1716 begonnenen Türkenkriege die Avant«
garde des österreichischen Kriegsheeves, zeigte sich in demselben, so wie
in der blutigen Schlacht bey P e t e r w a r d e i n und bey den Bela-
gerungen von Temeswar und B e l g r a d , als ein kühner unter-
nehmender Anführer, der sich in den furchtbarsten Kämpfen und Ge-
fahren als Held zu behaupten wußte, daher ihn C a r l V I . 1713
in den Reichsgrafenstand erhob. In dem italien. Feldzuge hielt er eine
harte Belagerung in der Festung Melazzo ruhmvoll aus, wurde
indem heißen Treffen bey Francav i l l a gefährlich verwundet, und
von seinen Blessuren noch nicht ganz hergestellt, wagte er bey der Ein-
schließung von Messina 17l9 zwey Srürme auf die Stadt mit einem
Muth, der fast ohne Beyspiel war, so daß Kaiser Car l V I . ihn mit
dem Fürstentitel von S t . Agatha beehrte, und zum Gouverneur
von Syracusa ernannte. Ungeachtet dieses großen, stets wachsenden
Glückes und dieser glänzenden Erhebungen, blieb er sich an Beschei-
denheit, Mäßigung und Liebe zu seinen Untergebenen immer gleich,
verläugnete diese Hauptzüge in seinem Charakter auch in der Folgezeit
nicht, als seinem Fürstenprädicat noch neue Dignitäten, z. B. die eines
kaiserl. Kammerherrn, Hofkriegsrathes und General-Feldmarschall-Lieute-
nanrs beygefügt wurden. In der Schlacht bey P a r m a , 1734, in
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie