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Dietrich stein, Geschlecht. 713
erhalten; in welcher Würdigung erst kürzlich in Triest von einem seiner
Handelsfreunde ein österreichisches Schiff „Baron Diet r i ch" benannt
wurde. In Anerkennung seiner vielseitigen gemeinnützigen Bestrebungen
verlieh ihm der Kaiser 13 l9 das Indigenat des Königreichs Ungarn mit
dem Kammergute Barakony, und erhob ihn 1324 in den ungar.
Freyberrnstand. 1325 ward ihm auch die Auszeichnung durch Verleihung
des Commandeur-Kreuzes der königl. würtemb. Krone, als Folge seiner
gediegenen Operationen, mit welchen er die von dem Könige und den
Standen zum Besten des Landes beabsichtigte Herabsetzung des Zinselv-
fusies der würtemb. Staatsschuld vollkommen durchführte. Offen, bereit-
willig und thätig im Kreise des Geschäftslebens, verdankt ihm in wissen-
schafllicher Beziehung die altrittcrliche Burg Feistritz in Niederöster-
reich V. N. W. W. ihre Wiederherstellung und. Erhaltung, und ihre
Capelle, Oemächer und Säle sind nichr nur mit den seltensten ge-
malten Glasfenstern aus der ältesten Zeit, sondern auch mit sehens-
würdigen Waffen, Rüstungen und alterthümlichen Gerathen auf das
zahlreichste ausgeschmückt. Einen gleichen Genuß gewahrt dem Vereh-
rer der Kunst die in seinem Wohngebäude in W i e n aufgestellte —
früher unter dem Nahmen Ritter von S chön feld'sches Museum be-
kannte— Sammlung von Kunstwerken aus allen Fächern, wozu das
gewesene berühmte Rudolphinum von Prag den Grund legte, und
welche dem aufmerksamen Forscker viele denkwürdige Überreste aus der
Nömer- und Urzeit Böhmens darbiethet.
Dietrichstein-Proskau-Aeslie. Ein altes reichsgräss. und in
einer Linie fürstliches Haus, welches seinen Ursprung von den im Save-
und Onrkchale einst so mächtigen Grafen von Zeltschach und Frie-
sach herleitet, die (nach Hormayr) Nachkommen des großmähr,
Fürsten Zwetboch, einem Günstling Kaisers Arnulph, waren. Der
erste Stammvater dieses Geschlechtes, welchen die Geschichte nennt,
war Reinpert l . , welcher um 1004 starb. Ein Heinrich v. D.
focht in den Fehden des Herzogs von Kärnthen mit dem Bischof von
Ban>berg um 1296 und nahm letztern gefangen. Auch in der berühmten
Schlacht am Marchfelde zwischen Rudolph und Ottokar 1273 zeich-
nete sich ein Heinrich v. D. aus. Nicolaus v. D., genannt der
Donner, vertheidigte 1335 die Stammburg seines Hauses (in der Nähe
von Feldkirchen, im Villacher Kreise des Königreichs Illyrien, Her-
zogthum Kärnthen) im Kriege auf der Seite der Herzoge Albrecht
und Otto von Osterreich gegen Margaretha Maultasch. Pan-
traz v. D. vertheidigte ebenfalls die vaterliche Burg 1433 so lange
gegen das siegreiche Heer des ungar. Königs Mathias Corvinus/
bls die Mauern und Thürme eingestürzt waren, und Hunger die Über-
gabe geboth. Siegmund v. D. war 1507 Liebling Maximi l i an'sl.
und kämpfte mit Auszeichnung an der Seite Georg's von Frons-
berg u. a. m. gegen die Venetianer, und ward mit dem Oberst-Erb-
land-Mundschenkenamt in Kärnthen und der Oberst-Erbland-Iägermeister-
würde in Steyermark belehnt, zugleich auch zum Freyherrn erhoben.
Adam Freyh. v. D. erwarb 1575 die mähr. Herrschaft Niko ls burg;
erwar und nahm an den
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie