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DiosZ6ghi Steph. — Di pauli. 719
ner Vaterstadt in derselben Eigenschaft versetzt, wurde er zum General-
Werk unter dem Titel: Ma^ai- ^live5x Xol^o (Ungarisches Krauter-
buch) in 9 Theilen, zu Debreczin gedruckt.
Dios)6ghi, Steph., Doctor der Medicin und reformirter Pre-
diger, in Debreczin geboren, studirte Theologie und Medicin zu
Utrecht und erhielt aus Letzterer die Doctorswürde 1727. Im folgen-
den Jahre kehrte er in sein Vaterland zurück, wurde Nector des reform.
Collegiums in Szigeth, hierauf aber Prediger zu Esenger, wo er
1749 starb. Als Schriftsteller ist er durch mehrere theologische und medi-
cinische Abhandlungen bekannt. Die Debrecziner Collegiums^ Bibliothek
besitzt von ihm noch im Manuscripte: 3uccincla inoi-^os curancii ine-
tdoäu8, das zu Utrecht 1726—23 verfaßt worden ist.
DiOj)-Györ, ungar. Marktflecken in der Borsoder Gespanschaft,
mit 4,3l)0 deutschen und ungar. Einw., einer kathol., reform. und
griech.-unirten Kirche, auch Synagoge. Die Einw. verfertigen hölzerne
Weingefäße (Kulacs), und treiben sehr bedeutenden Obst- und Wein-
bau. D. hat einen reichen Forellenbach, ein Mineralbad; gold- und sil-
berhaltige Bergadern, ein verfallenes Schloß.
Di pauli von Treuheim, Andreas Aloys, k. k. wirkl. geh.
Rath und Präsident des tyrolisch-vorarlbergischen Appellationsgerichtes zu
Innsbruck, Doctor der Rechte, Präses der Gesellschaft des Ferdinan-
deums zu Innsbruck und Mitglied der gelehrten Gesellschaft zu Ro-
veredo, ist geboren zu Au er bey Bo tz en in Tyrol 1763, diente seit
1785 in verschiedenen Cathegorien und war schon seit 1303, unter österr.
Regierung, Appellationsrath zu Innsbruck. Er blieb aus Vorliebe
für den vaterlandischen Boden, auch während Tyrol 1806—14 an Bayern
abgetreten war, in dieser Eigenschaft zurück. Nach der Wiedervereini-
gung Tyrols mit den osterr. Staaten wurde er gleich wieder provisorisch
als Appellationsrath beybehalten, und führte dem Range nach der älteste, in
Ermanglung eines Präsidenten, den Vorsitz im Appellationsgerichte. 1315
wurde er als Appellationsrath bestätigt, und 1816, in Anbetracht der diesen
tiefbewanderten, mit umfassenden Localkenntnissen ausgerüsteten Rechts-
gelehrten von stets bewahrter Redlichkeit auszeichnenden Eigenschaften,
zum Hofrath bey der obersten Iustizstelle für die tyrolisch-vorarlbergischen
Rechtsangelegenheiten befördert, dann zum Beysitzer der Hofcommis-
sion in Iustizgesetzsachen ernannt, 1822 zum Landrechtspräsidenten in
Steyermark, und 1324 zum Appellationöpräsidenten in Tyrol und geh.
Rath erhoben. — Es wird kaum jemand zu finden seyn, der sich, gleich
ihm, die Kenntniß von Tyrol, der Verfassung und der Gesetze dieses
Landes, zum eigentlichen Lebensstudium gemacht hätte. Durch seine un-
ermüdete Thätigkeit hat er auch einen vaterländischen Schatz, so-
wohl in Handschriften als in seltenen Drucken zusammengebracht, und
mit der »größten Liberalität von jeher Gelehrten die Benützung seiner
Sammlungen gestattet, ja selbst durch eigene Mithülfe erleichtert, wo-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie