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gehabt hätte., in den Adelssiand erhoben. D. aber hielt demungeach«
tet bis zum Tode des Fursi-Bischofes in seinen eingegangenen Verpflich-
tungen aus, obschon manche Umstände höchst unerfreulich auf seinen Geist
und Körper wirkten/ und zuletzt noch Undank sein Lohn war. Mit einer
kleinen Pension von dem Nachfolger desselben entlassen/ und ohne
eigenes Vermögen/ sah er sich mit bitterer Noth samnu seiner Familie
bedroht; Ignaz Freyherr von St i l l f r ied both ihm freye Wohnung
zuRothlhotta im Taborer Kreise Böhmens an, wo er nach vielen
Leiden 1799 starb. D. nimmt unter den Componisten seiner Zeit einen
ehrenvollen Platz ein/ und seine Opern: Der Doctor und Apotheker,
Hicronymus Knicker, das rothe Käppchen u. a. m. (über zwanzig
an der Zahl) haben sich sehr lange als die ersten komischen auf den mei-
sten Nepertoiren Deutschlands (und da der Text auch ins Italienische
übersetzt wurde), auch sogar Italiens erhalten. Natürliches Leben, An-
muth, Charakter und Wahrheit, besonders aber eine gewisse Freund-
lichkeit und Vollsthümlichkeir zeichnen sie vortheilhaft aus. Minderen
Beyfall haben seine Symphonien, Sonaten und Lieder gefunden, deren
Tendenz denn auch, trotz unbestreitbarer Vorzüge, veraltet zu nen-
nen ist.
Div6ny, ungar. Marktflecken im Neograder Comitat, mtt einem
hochgelegenen Felsenschlosse und 1,056 Einw. Zu seinem Gebiethe ge-
hört die Glashütte Diveny-Hut ta an der Gränze des Sohler Comi-
tats, die auch unter dem Nahmen Brovee bekannt ist.
Divich (Divics), Dorf im Bezirke des walachisch-illyr. Regi-
ments in der banat. Gränze dcs Militärgränzlandes, liegt an der Do-
nau. Hier wird viel Färbersumach (Ruja) gesammelt. Die Sammlung
geschieht in der ganzen Gegend, wie auch in der Waldgegend Glob.
Dlabacz, Gottfr. Ioh . , regulirter Chorherr des Prämonstra-
tenserstiftes Strahow nächst Prag und Bibliothekar daselbst, Mitglied
der königl. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften zu Prag, und der
oberlausitzischen zu Görlitz, geb. zu Czerhcnitz in Böhmen den
17. Iuly 1758. Den ersten Unterricht erhielt er zu B öh misch-Brod/
wohin sich sein Vater, Wenzel D., 1760 begeben hatte, 1771 gelang-
te D. als Sangerknabe in das Benedictinerstift zu Braun au mir einem
Musikstipendium. Hier machte er den Anfang mit den Humanitäts-
studien, und erhielt 1773 ein derley Stipendium an der Strahower
Kirche in Prag. Dort besuchte er das Altstädter Gymnasium durch 2
Jahre, wo er 1776 auch Cornova's Unterricht in der Rhetorik ge-
nosi. Bey den Dominicanern in der Altstadt bekam er Kost und Woh-
nung, studirte dann an der Universität zu Prag die Logik, Mathe-
matik und Physik, und trat 1773 den 30. April, nach absolvirter Philo-
sophie, in den Prämonstratenser-Orden am Strahow. Den 21. Iuly
1782 legte er die Ordensgelübde ab, und begann das theologische Stu-
dium an der Universität, nach dessen Beendigung er den 3. Sept. 1785
zum Priester geweiht wurde. Er hatte sich schon früherhin mit Feuereifer
der vaterländischen Literatur gewidmet, und für diesen Zweck von 1783
—95 mehrfältige Reisen in Böhmen unternommen, cnlch B runn und
Wien besucht, wo er Gelegenheit fand, mehreres im histor. Fache
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie