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732 Dognacska . — D o l l . .
schiedenen Ordenshäusern anvertrauten. 1735 erhielt D. die Lehrkanzel
der Physik und angewandten Mathematik in dem adeligen Lowenburg'-
schen Convicte in der Iosephstadt zu W i e n , welcher Posten ihm
Gelegenheit gab, seinen angebornen Trieb zu den Naturwissenschaften
mehr zu befriediget!, und seine in denselben erworbenen Kenntnisse zu
erweitern. Als Kaiser Joseph I I . die Thercsiamsche Ritterakademie
:u Wien 1784 von der Vorstadt Wiedell in die Stadt, in das so-
genannte Barbarastift versetzt hatte, wurde D. nach abgehaltenem Con-
curse zum Correpetitor für die Physik, Technologie und Naturgeschichte
für die Zöglinge der Theresianischen Nirterakademie ernannt. — 1792
ward D. vom Kaiser Leopold I I . zum außerordentlichen Professorder
Physik ernannt, und erhielt zugleich das Befugnis; gültige Zeugnisse aus-
zustellen, und 300 fi. zu den Experimenten und den Duplicaten von den
Maschinen des akademischen Museums. Diese Lehrkanzel bekleidete er zu-
gleich mit der Correvetitorsstelle bey St. Barb a r a. — 1800 trat er in
einem seinen ausgebreiteten, gründlichen mathematischen Kenntnissen an-
gemessenen Wirkungskreise, als ordentlicher Professor der Mathematik an
der Hochschule zu Wien, nach dem Tode des verdienstvollen Professors der
Mathematik, Freyh. v. Metzburg, ein. 1304 ward er zum Doctor
der ^Philosophie promovirt, und 1306 zum Decan der philosophischen
Facultät erwählt. Nachdem Ambschell, Professor der Physik, in dem-
selben Jahre als Domherr nach Preßburg abgegangen war, erhielt
D. dieß öffentliche Lehramt, dem er mit rastlosem Eifer bis zu seinem
Lebensende vorstand. — Physikalische Untersuchungen waren eigentlich
die Lieblingsstudien D.'s, und diesen weihete er sich ausschließend. Mit
besonderm Talente begabt, war er unermüdet im Lesen und Selbstdenken
über die Natur und die Erscheinungen in derselben. Er starb den 6.
April 1312. Sein Lehrbuch: Nlemenw pk^zicae matkematico-ex^-
riment2li5, von welchem 1323 die 3. Auflage erschien, hat wesentliche
Verdienste.
Dognacska, ungar. cameral. Bergstecken, im Krassover Comi-
tat, in einem Thale gelegen und von 2,015 Seelen bewohnt, mit einer
Berggerichts-Substitution und reichen Kupfergruben, die auch Bley
und Zink geben, und mit einer Schmelzhütte. Auch auf etwas Gold
und Silber wird hier gebaut. Der weiße Marmor aus dem hiesigen
Bruche ist sehr feinkörnig, und in großer Menge vorhanden.
Dol l , Anton, (Universitäts- ) Buchhändler in Wien, 1772
geb. zu Kohlgrub in Bayern, gebildet in Preßburg, starb zu
Wien am 16. Iuny 1312, in der Blüthe der Kraft, inmitten seiner
rüstigsten, gesegnetsten Geschäftstätigkeit. Er war ein Mann von groß-
artigen Ideen, von Unternehmungsgeist und Energie, von unermüdli-
chem Fleiße. Sichern Tactes erkannte und benutzte er den richtigen, wie
den falschen Geschmack, das reelle oder eingebildete Bedürfniß der Zeit.
Ihm, als Kaufmann, war diese deßhalb stets günstig: er starb als rei-
cher Mann. Aber sein mächtiger Verlag ward vertrödelt. D.'s Auf-
bau zerstiebte; nur der Nahme ist übrig. —Um die Literatur und Natio-
nalbildung hat er gar manches Verdienst durch mehrere, zum Theil auf
seine Anregung entstandene Unternehmungen, bey denen er nicht immer
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie