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auf pecuniären Nutzen allein ausging. H o r m a y r's Plutarch, die
österreichischen Annalen, die Sammlung von Reisebeschreibungen, M ei si-
ne r's Werke (36 Bande; erste und noch einzige Gesammtausgabe, von
Kuf fner redigirt), die Humanitats-Bibliothek :c. gehören,, wie die
Sammlungsausgaben von Schi l ler , Wie land, Kotzebue's Thea-
ter :c. zu seinen größten Verlags-Artikeln. Vielen Autoren war er un-
terstützender Freund. Dasi D. Nachdrucker war, ist nicht zu rügen, so
ferne damahls der Büchernachdruck in Osterreich aus cameralistischen
und anderweitigen Motiven nicht gesetzwidrig war.
Dol l iner, Thom., Doctor der Rechte, k. k. Hofrath, emeri-
tirter ö. o. Professor des Kirchenrechtes an der Universität zu Wien ,
ordentlicher Beysitzer der Hofcommission in Iustiz-Oesetzsachen und aus-
wärtiges Mitglied der königl. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. Er
war geboren zu Dörfern in Krain den 11. Dec. 1760. Seinen ersten
Unterricht erhielt er theils daselbst, theils zu Tarv is in Kärnthen und trat
1772 in das Gymnasium zu Laib ach, wo er bis 1732 die Studien
bis zum philosophischen Lehrcurse und zwey Jahrgange der Theologie
fortsetzte. 1732 begab er sich nach Wien , und beendigte daselbst 1736
den juridisch-politischen Lehrcurs. 1738 erhielt er in der k. k. Akademie
der orientalischen Sprachen, das Lehramt des natürlichen Privat-, alige-
meinen Staats-und Völkerrechts, womit er zugleich die Stelle eines Sup-
plenten bey dem damahligen Professor des Kirchenrechtes an der Univer-
sität, I. I. Pehem, versah. 1789 vertauschte D. erstere Stelle mit der
eines öffentlichen Repetitors der deutschen Reichsgeschichte, des Lehen -
und deutschen Staatsrechtes an der k. k. Theresianisch-savoyischen Rit-
terakademie. 1796 wurde ihm die juristische Doctorwürde ertheilt.
1797, als die erwähnte Akademie in das Favoritgebäude mit eigenen
Professoren übertragen wurde, erhielt er auch unverzüglich die Professur
der Reichsgeschichte, des Lehen- und deutschen Staatsrechtes. Nachdem
er auf die ihm 1801 verliehene Stelle eines Lehramtes des Kirchenrechtes
an der Universität zu Prag , wegen Gesundheitsrücksichten freywillig
verzichtet hatte, erhielt er 1805 auf seine Bewerbung das Lehramt des
Kirchenrechtes und 1310 auch jene des römischen Civilrechtes an der Uni-
versität zu Wien. 1311 leistete er bey der neuen Auflage des allgem.
bürgl. Gesetzbuches bey der genauen Correctur und durch manche über den
Text desselben angebrachte zweckmäßige Erinnerungen, thätige Mithülfe,
wofür ihm die Zufriedenheit des Kaisers zu erkennen gegeben wurde. 1316
wurde er zum Beysitzer der Hofcommission in Iustizsachen ernannt, 1324
erhielt er den Charakter eines k. k. wirklichen Regierungsrathes,
wurde 1831 auf sein Ansuchen als Professor in den Ruhestand versetzt
und ihm zur Belohnung seiner Verdienste der Charakter eines wirtl.
Hofrathes beygelegt. Seine bisher gedruckten literarischen Arbeiten,
historischen und juristischen Inhalts, erschienen theils als Inaugnral-
Dissertationen für Rechtscandidaten unter fremdem, theils ohne, theils
unter seinem eigenen Namen. Die meisten derselben sind als quellengülti-
ge Schätze zu betrachten, da er die ganze eräugende Zeit seines mehr-
jährigen Dienstes in der^ Theresianischen und orientalischen Akademie
in dcn Bibliotheken zubrachte, und sich besonders mit Durchsuchung der
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie