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Zinsen werden bey den betreffenden ständischen Cassen in den Hauptstädten
der Provinzen und dem Wiener magistratischen Oberkammeramte gegen
gestempelte Quittungen bezahlt. DieD.-O. wurden jedoch in die Ver-
losung der alteren österr. Staatsschuld aus dem Patente vom 21. März
1818 nicht einbezogen,, daher auch ihr Curswerth bis im Nov. 1334 viel
geringer als jener der Ararial-Obligationen geblieben war, von welcher
Zeit an sich derselbe wegen ihrer bevorstehenden Einreibung in die Ver-
ihrer Domestical-Schuldbrieft
talsbetrage und Zinsenfuße, welche bereits in die Verlosungs-Serien
der alten Staatsschuld eingetheilt sind, verabfolgt werden.
Donau, Hauptstrom der österr. Monarchie, welcher auf dem
SchloßplätzederStadt Donaueschingen im Großherzoathum Baden
entspringend, unterhalb Passau das österr. Gebieth betritt, und es
bey Orsowa, um sich inBessarabien nach einem Laufe von 332 Meilen
tn das schwarze Meer zu stürzen, wieder verlaßt. Hie D. hat in dieser
Ausdehnung eine Lange von 131 geogr. Meilen und nimmt mit allen
Nebenflüssen (wovon die ansehnlichsten der Inn , die Traun, Enns,
Ibbs, Leitha, Drave und Save, die March, Waag und Theiß) einen
Raum ein, welcher beynahe 2 Drittheile der Monarchie umfaßt. Ihr
majestätischer Lauf, die große Wassermenge, die 120 in sie fallende
Flüsse zuführen, die wichtigen und fruchtbaren Lander, die sie durch-
strömt und in Verbindung setzt, weisen ihr unter den europaischen Flüssen
die erste Stelle ein. Ihrem deutschen Bruder, dem Rhein, steht sie aber,
wenn von der Schönheit und Fruchtbarkeit der Ufer die Rede ist, weit
nach, wiewohl ein großer Theil ihres Laufes auf deutschem Boden viele
Naturschönheiten und romantische Gebilde aufzuweisen hat. (S. Donau-
fahrt.) Anfanglich von Passau abwärts ist ihr Bett schmal und felsig,
zertheilt sich später in mehrere Arme, tritt am Strudel und Wirbel bey
Grein im oberösterr. Mühlviertel wieder zusammen, stießt unter Melk
abermahls in einem von Bergen eingeengten Thale bis Krems, wo sie
mehr Freyheit gewinnt, und in mehreren Krümmungen durch den unter-
sten Theil Österreichs und durch ganz Ungarn meiner unabsehbaren Ebene,
zum Theil zwischen niedrigen oft sumpfigen Ufern, ihre Fluthen dahin
trägt, bis sie sich noch vor Al t -Orsowa, und ehe sie den Staat ver-
läßt, durch eine nur 30 Klafter breite felsige Einengung mit brausenden
Wogen durchdrängen muß. —Unter Leitung des Grafen Steph. Sze-
chenyi wurden im Oct. 1334 die bey Al t -Moldawa in Ungarn in
und an derDonau befindlichen Felsen, die jedeSchifffahrt unmöglich mach-
ten, durch Sprengen weggeschafft. Taglich arbeiteten bey 1,000 Spren-
ger an den Wasserfällen zwischen Lyupkowa und Szviniza unter
der Leitung von Ingenieuren und Beyhülfe der Cordonsposten. Die
Steinsprenger wurden von den nahen k. k. Bergwerken gegeben und nah-
mentlich Neu - Moldawa stellte auf kurze Zeit sämmtliche Bergwerksar-
beiten ein, um das Unternehmen nach allen Kräften zu unterstützen. Be-
günstigt durch den ungewöhnlich kleinen Wasserstand war der Erfolg so
groß, daß in kurzer Zeit über 1,000 Kubikklafter Steine gesprengt und
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie