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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 738 -
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Seite - 738 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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728 Donaufahrt von. Engelhartszell :c. ufer bildet hier die Donaufahrtdie langweiligste Parthie, indem der Strom us einer weiten Ebene sich durch em Labyrinch von?luen windet, wo ausier dem steten Anblicke der Hochalpen sich nur wenig erfreuliche Ansichten zeigen. ZuWallsee erzeugen die sich am Fusie des Felsens brechenden Wellen ei- nen nicht unbedeutenden Schwall, unterhalb verengen sich die Ufer wieder und bald ist der Strom in eine finstere enge Felsschlucht eingeklemmt, wo je- der laute Schall, besonders aber ein Schuß ein herrliches Echo weckt. DieKlippen reichen oberhalb dem reizend gelegenen Stadtchen Grein bis in den Strom hinein und bilden den Greinerschwall, vor dem sich die Schiffer sehr in Acht zu nehmen haben. Nachdem nun das Schiff eine ziemliche Strecke auf ruhiger und spiegelglatter Fläche dahin geglitten ist, verkündet auf einmahl ein fernes Brausen die imposanteste Scene derDonaufahrt, den Strudel und Wirbel. Eine große Felseninsel, derWörrh genannt, auf welcher eine schone Ruine, das alte Werfen stein, sichtbar ist und auf deren höchsten Klippe sich ein steinernes Kreuz zeigt, theilt den Strom in zwey Hälften, im rechten Arm fliesit er ruhig um die Insel herum, am linken Hingegen zieht sich ein machtiges Riff von einzelnen Felscn quer durch den Fluß, die Fluth wirft sich mit voller Macht hiehcr und die Wogen brechen sich nun mit furchtbarer Brandung, durch welche die Fluth das Schiff mit Blitzesschnelle durchreißt und dem überhängenden Felsen zutreibt, auf welchem die schöne Ruine des alten Schlosses S t ru - den über den ärmlichen Markt gleichen Nahmens hängt. Hier wird der Strom abermahls zurückgeworfen und prallt wieder ans rechte Ufer zu- rück, wo die Wogen sich aufs neue an einer Felsenklippe mitten im Strome, dem Haus steine mit seiner alten Warte brechend, zum linken Ufer zurückgetrieben werden und so einen furchtbaren Wassertrichter, den Wirbel bilden, welcher sich 3 bis 5, bey hoher Fluth oft 4 bis 5 Fuß in die Tiefe hinabzieht; indessen, da schon durch Mar ia Th eresiens Sorgfalt die bedeutendsten Klippen gesprengt wurden, ist die Gefahr beym Strudel und Wirbel heut zu Tage nicht sehr bedeutend und nur bey sehr niedrigem Wasserstande könnte ein tiefgetauchtes Schiff auf eine derKlip- pen aufsitzen. Alles kommt darauf an, die Einfahrt in das Strudelwasser Hut zu treffen und dann der Brandung am Haussteine geschickt auszu- weichen. Über den Wirbel glücklich gekommen, gleiter das Schiff nun- mehr ruhig durch anmuthige Gegenden weiter, die Aussicht wird freyer und freundlicher und nun erscheint das anmuthige kaiserl. Familienschloß Persenbeug, gegenüber das uralte Städtchen Ubbs, eine herrliche 'Aussicht auf den Otscher und auf die schöne Kirche zu Mar ia ta fer l . Unterhalb Marbach, am Fuße des Berges, auf welchem dieser berühm- te Wallfahrtsort liegt, fällt die Erlaph in die Donau. Nun eilt das Schiff, dem uralten Städtchen Pech la rn vorüber, dem herrlichen An- blicke des Prachtgebäudes der Benedictinerabtey Melk entgegen, wel- ches 180 Fuß hoch auf einem Gvanitfelstn thront. Am entgegengcselöten Ufer liegt unter der Ruine Weideneck das einfache kaiserl. Landhaus Lubereck. Nun wird der Strom neuerdings durch hohe Waldberge ein-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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