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740 Donaufahrt öon Wien bis Orsowa.
Gränze, wo sich die March in die Donau einmündet/ wird der Über-
blick interessanter, und es eröffnet sich eine herrliche Fernsicht, deren
Glanzpuncte der alte Markt Theben mit seinen prachtvollen, auf stei-
lem Berge thronenden Schloßruinen und weiter die schöne Krönungs-
stadt Preßburg mit ihren reizenden Umgebungen, welche ziemlich
lange im Auge bleiben, sind. Nun fährt man auf dem Hauptarme des
Flusses, oder der sogenannten großen Donau, die geschichtlich merkwür-
dige große und kleine Insel Schütt vorüber, nähert sich Raa b, welche
Stadt man jedoch nicht selbst erblickt, und erreicht endlich Gönyö am
rechten Ufer. Von hier bis Dorogh wird die Donau wieder von der
Poststraße begleitet. Nach kurzer Fahrt erblickt man nun die Festung
Comorn am Einflüsse der Waag, fahrt dann die Orte Path, Süt-
tö am linken, Almäs, Neszmil, Uyfalu in einer weinreichen Ge-
gend am rechten Ufer vorüber, ynd erreicht endlich Gran, welche Frey-
stadt mit ihren schönen Gebäuden einen sehr erfreulicheil Anblick gewahrt.
Hier fließt auch, nahe bey der fliegenden Brücke, welche diese Stadr
mit dem gegenüberliegenden Flecken Parkany verbindet, die Gran in
die Donau. Zwischen Gran und Walzen sind die Ufer durch nahe ge-
rückte Berge, worunter sich besonders der hohe Piliser Berg auszeich-
net, wieder sehr malerisch. Besonders merkwürdig ist hier das alteVis-
segrad mit seinen merkwürdigen Schloßruinen, der Flecken Dömös
mit bedeutenden Steinkohlengruben und Nagy - Maros, wo viel Ta-
bak gebaut wird. Bald theilt sich nun auch die Donau in 2 Arme, wel-
che die Andreasinsel bilden, und sich bey St. Andra wieder vereinigen.
Nun erblickt man in blauer Ferne bereits den Blocksberg bey Ofen,
fährt an Duna-Keszi und Alt-Ofen vorüber, und landet endlich
bey der langen Schiffbrücke, welche Ofen und Pesth verbindet. Die
weitere Fahrt von Pesth bis Peterwar dein erfordert bey gutem
Winde nicht mehr als 6 bis 3 Tage, und gewährt großentheils den An-
blick schön bewaldeter Inseln, zwischen welchen sich der Strom hinschlan-
gelt, die größten derselben sind die Insel Czepol, die bald hinter Pesth
beginnt, und bey Racz-Almäs endet, dann die Margita-Insel zwi-
schen Bara und Vezdan. Rechts bleibt die Poststraße bis Peter-
ward ein dem Strome fast immer nahe. Die bedeutendsten Orte, wel-
che auf dieser Route zu beyden Seiten des Stromes« ins Auge fallen,
sind der Reihe nach folgende: Teteny, Eresin, Adony, Dab,
Racz-Almäs, Duna-Vecse, Egyhaza, Földvar, Kalo-
csa, Tolna, Ba ja , Bata, Mohacs, Bezdan, Monos-
rerszeg, Dalya an der Mündung der Drave, Vukovär, ^ l -
lok, O-Palanka, Szuszek, Cherevics, O-Futak, N^u-
atz und endlich P e t e r w a r d e i n. Von da bis Semlin fahrt
man 1j Tag. Hinter Car lowi tz erfordert eine große Sandbank
und gleich hierauf ein gefährlicher Schwall die ganze Aufmerksam-
keit des Schissers. Gegenüber von dem Fort Sa lan kamen stürzt
sich die Theiß in die Donau. Von der gut gebauten Stadt Semlin
woselbst sich die Save mit der Donau vereinigt, und auf dem rechten
Ufer bereits türk. Gebieth beginnt, wird die Fahrt durch einen kleinen
Archivelagus von Inseln etwas langweilig und nur hier und da zerstre
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie