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742 Dongo. — Donner.
allen seinen Feldzügen und Reisen; Bart hol. Steber (8cipio), Sohn
eines Wiener Bürgers, vorzüglicher Arzt und Redner; Ioh . Schlech-
ta, König Wlaoislaw's Leibarzt, Freund des großen Erasmus
und Bohuslaw's Lobkowitz von Hassenstein; Georg von
Neudegg, aus einer alten und berühmten Familie Österreichs, Jurist
und Wladislaw's Secretär, späterhin Kanzler zu Wien, Bischof
zu Trient und Statthalter im eroberten Verona; Theoderich
Velsen (Ul86niu5), ein Friese, Arzt und glücklicher Dichter; Hein-
rich Spieß (<Üu8picllU5) von Heidelberg, ein Schüler von C e l-
tes, Jurist; die Gebrüder Peter und Franz Bonomi, aus einem
alten Pamciergeschlechte von Triest, beyde durch ihre bürgerl. Stel-
lung und literarische Wirksamkeit ausgezeichnet; Ioh. Vitez, einst
Mathias Corvin's Freund, Bischof zu Weszprim und zu Wien
:c. :c. — Die Gesellschaft erlag dem Wechsel der Zeit, sie hatte eine
kurze Dauer, sey es, weil bald das belebende Princip untergegangen,
oder der Sinn dafür erstorben. Wohl oft und vielfach ward nachher der
Plan zu einer Akademie der Wissenschaften für Wien besprochen, jedoch
nichts zur Ausführung gebracht, selbst nicht durch den großen Leibn itz
ungeachtet seiner persönlichen Anwesenheit in Wien (1713).
Dongo / lombard. Ortschaft in der Delegation Como, am Aus-
gange eines volkreichen Thales, und nahe an der Mündung des reißen-
den Flusses Albano, mit Kupfer- und Eisengruben, einem Hochofen,
Eisenhammerwerken, Kupfer- und Eisenblechwalzwerken. Es werden
daselbst viele physikalische und mathematische Instrumente verfertigt.
Donner, Georg Raphael, einer der größten Bildhauer sei-
ner Zeit, wurde im Dorfe Eßlingen im Marchfelde 1695 ge-
bore::. Nur die Zeit der Kindheit brachte D. in seinem Geburtsorte zu;
nach wenigen Jahren zogen sich seine Altern in die Gegend von Heili-
genkreuz, und dieser Umstand ist ohne Zweifel die glückliche Veranlas-
sung, daß er dahin geleitet worden, wozu ihn die Natur mit Kraft
und Liebe ausgerüstet. Brenner und Giu l ian i , beyde in dem da-
mahls blühenden Stifte verwendet, waren die Künstler, bey denen der
Knabe., dessen seltenes Talent sich überall beurkundete, die ersten Schü-
lerarbeiten machte, die er aber auch nach wenigen Jahren schon weit hin-
ter sich zurückließ. Kaiser Joseph I. hatte eben die von seinem Vater
Leopold I. gegründete Maler- und Bildhauer-Akademie eröffnet,
und die oberste Leitung dem Grafen Phil ipp Ludwig v. Sinzen-
dorf vertraut; hier fetzte nun D. seine Studien fort, arbeitete theils
nach der Natur, theils nach Antiken, und begründete in kurzer Zeit
seinen Ruf. Indessen blieb das Schicksal stets gegen ihn spröde; wie er
von Kindheit an mit Nahrungssorgen und Hindernissen aller Art zu käm-
pfen hatte, so ging es ihm auch mit den meisten Unternehmungen bis zu
seinem Todestage dem 15, Oct. 1741. Erst später erkannte man seines
Geistes Größe — ein gewöhnliches Los des Ungewöhnlichen! Natürliche
Folge seines ewigen Kampfes mit dem äußeren Leben waren der trübe,
finstere Erm"l seines Gesichtos, die kalte Schüchternheit, das Einsylbige
der Mittheilungen; kurz die Summe aller Mangel, die daraus auf
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie