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750 Dreger, Hausfrauenbildungsanstalt.
Ninge und Ohrgehänge werden von den Drechslern zuNima sz o m b a th,
Debreczin und Pesth, und in andern Comiraien gemachr. Die sie-
benbürgischen Flaschendrechsler machen mit ihren Artikeln sehr gute Ge-
schäfte, zumahl die Szaszregener Drechsler, welche von allen die schön-
sten Flaschen erzeugen. In Kronstadt gibt es allein über 50 Flaschen-
drechsler, welche jährlich über 30,000 Stück verfertigen. In der wal-
lachisch-illyrischen Militärgränze werden jahrlich bey 5,000 Teller und
Schüsseln aus Ahorn- und Erlenholz, 10,000 Spindeln aus Ahornholz,
u. s. w. zum eigenen Bedarfe verfertigt. Auch in Mahren, Schlesien
und Böhmen ist die Verfertigung der Drechslerwaaren nicht ohne Be-
lang. In Böhmen insbesondere werden zu Prtschitz, Wildschitz,
Car lsbad, Nixdorf , Ober-Oeorgentha l, Gratzen :c. viele
gedrehte Gegenstande verfertiget, und zwar hauptsachlich zu Gratzen
eine betrachtliche Menge von Waaren aus Holz, Bein und Horn. -^-
Der Handel mit ordinären Drechslerwaaren ist im Ganzen nicht von
Bedeutung, da die meisten Provinzen sich ihren Bedarf selbst erzeugen;
nur Böhmen macht mit seinen Drechslerartikeln, besonders mit Kinder-
spielzeug, Geschäfte in andere Provinzen, und Tirnitz setzt seine
Arbeiten nach Mar iaze l l in Steyermark und bis nach Wien ab.
Galanterie-D. A. und Spazierstöcke dagegen werden von Wien aus
nach allen Provinzen, und selbst ins Ausland verschickt/ vorzüglich
Knöpfe aus Perlmutter, gedrehte Stöcke, Tabakspfeifenröhren u. dgl.
Nur selten werden feine Drechslerwaaren vom Auslande eingeführt und
zwar nicht für den Handel, sondern nur zum Gebrauche für Einzelne.
Dreger, Therese v. (geborne Freyinn v. Menßhengen),
Hausfrauenbildungsanstalt in währing bey Wien. Dieses
früher im herrschaftlichen Schlosse zu Iedlesee bestandene Institut
wurde von der genannten Inhaberinn 1334 nach Währing übersetzt,
um es der Stadt Wien näher zu bringen. Die Tendenz dieser Anstalt
ist den für das weibliche Geschlecht so nöthigen hauswirthschaftlichen Un-
terricht mit dem intellectuellen zu verbinden und bis zur Vollkommenheit
practisch auszubilden. Den daselbst aufgenommenen Zöglingen wird,
außer den gewöhnlichen Lehrgegenständen, als: Religion, Lesen, Schrei-
ben, Rechnen, Sprachlehre, Sty l , Geographie, Geschichte, Natur-
lehre und Naturgeschichte, auch in der gesammten Hauswirthschaft practi-
scher Unterricht ertheilt, so z. B> in der Kochkunst, den Wäschereini-
gungsmethoden, in Brot backen, Fleisch räuchern, Seife und Kerzen
bereiten; überdieß werden ihnen die nothwendigen und üblichen weiblichen
Handarbeiten auf eine faßliche und angenehme Weise beygebracht; auch
ist eine eigene Gouvernante zur Übung der Zöglinge in der französischen
Sprache angestellt, welche zur Umgangssprache im Hause angenommen
wurde/ um die gewöhnliche Sprachscheu der Lehrlinge zu überwinden.
Jeder Zögling h»at beym Eintritte nebst der einfachen Kleidung und nöthi-
gen Leibwäsche 1 gehefteten Strohsack, 1 Matratze, 1 Kissen, 2Decken,
6 Servietten, 6 Handtücher, 6 Schürzen, 3 Bettüberzüge, 6 Teller,
I Lavoir und ein Besteck mitzubringen, ferner für die Bettsiätte und
' äschapparate eine bestimmte Summe (gegenwärtig 10 st.) ein für alle-
chl, dann für gesammten Unterricht, Kost, Wohnung,
Beleuchtung/ma
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie