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Dresden, Schlacht.—Dresden, Uebergabe. 751
Heizung, Wäschreinigung und Scbulrequisiten ebenfalls eine bestimmte
Summe (gegenwärtig 5t) si.) vierreljahrig vorhinein zu einrichten. Der
Unterricht in Musik, Tanzen, Zeichnen, so wie der italienischen, engli-
schen und ungarischen Sprache wird nur auf Begehren gegen besonderes
Honorar ertheilt.
Dresden, Schlacht bey, den 27. Aug. 1813. Der letzte
Sieg, den Napoleon gegen dieHeere derVerbündetcn 1813 auf deut-
scher Erde erfechten sollte, ward unter den Mauern der Hauptstadt Sach-
sens am 27. Aug. errungen. Die Alliirten hatten schon am 25. Dresden
eingeschlossen, und griffen es am 26. an mehreren Seiten mit gutem Er-
folge an. Nur dem linten Flügel desselben war es unmöglich, den An-
griff auf den schwächsten Theil der Stadt, die Friedrichsiadt, auszuführen.
Dieser umstand vereitelte das Undernehmen. Napoleon gewann Zeit,
seine Maffen über die Elbe selM zu lassen, die bereits genommenen
Puncte am Abende wieder einzunehmen, und die Angreifer au/ ihre
vorige Stellung auf den Anhöhen zurückzuwerfen. In der Nacht zogen
unaufhörlich Verstärkungen in die Schlachtlinie der Franzosen vor der
Stadr. Um 6 Uhr Morgens am 27. lies; sie ihr Kaiser zum Angriff vor-
rücken. Unbezwungell nahm ihn der rechte Flügel und die Mitte der Ver-
bündeten auf. Auf dem ersten siel Moreau< Nun richteten die Franzo-
sen den entscheidenden Angriff auf den linken. Hier standen großen Theils
neu geworbene Truppen, von Entbehrungen indem ausgesaugten Lande/
„und von dem Grimm der Elemente hart hergenommen. Von unaufhör-
lichem Regengusi durchuasit, war die Munition ganz unbrauchbar, kein
Gewehr ging los, die Vertheidigung war auf Kolben und Bayonett be-
schrankt. Die von Murat angeführten Massen der schweren Reiterey ge-
wannen dieOberhand, schnitten 10,000 Mann unter dem Feldmarschalllieu-
tenant M es ko von ihrer durch die grundlosen Wege ohnehin erschwer-
ten Verbindungslinie mit dem übrigen Heere ab, und zwangen sie nach
einer tapfern Gegenwehr sich zu ergeben. Die Niederlage des linken Flü-
gels der Alliirten entschied die Schlacht zu ihrem Nachtheil. Sie zogen
sich nach einem Verluste von beylausig 30,000 Mann an Todten, Ver-
wundeten und Gefangenen nach Böhmen zurück. Die französ. Spitaler
hatten über 10,000MannihrerVerwundetennach diesen 2 heißenTagen
aufzunehmen. Die Anzahl der Todten dürfte nicht viel geringer gewesen
seyn.
Dresden, Uebergabe von, an die österreichischen und
Reichstruppen, den 4. Sept. I'759. Der Reichs-Feldmarschall Her-
zog von Zwey brücken war im 4. Feldzuge des 7jahrigen Krieges mit
30,000 Mann Neichstruppen und Österreichern (die letztern unter den
Befehlender kaiserl. Oenerale Quasco und Macquire) im Aug.
1759 vor Dresden gerückt, welches die Preußen unter Sch m ettau
besetzt hielten. König Friedrich war nach der Kunnersdorfer Schlacht
außer Stande, derStadr zu Hülfe zu eilen, und sein OeneralW u n sch
kam zu ihrer Rettung zu spat, weil er bey der Eroberung vonWitten-
berg undTorgau eine kostbare Zeit verlor. Schmettau erhieltnach
jenerSchlachtvon demKönige selbst dieWeisung: „Ersollte imNothfalls
nur eine vortheilhafte Cavitulation zu erwirken suchen, und besonders
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie