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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 754 -
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Seite - 754 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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754 DreyßtgjähriZer Rrieg. rerhingnißvollem Augenblicke ertönten vor der Burg Trompeten «nd Heerespauten! Dampierr e's Cürassiere waren erschienen, dieBucquoy unter Sa int Hi laire dem tapfern Obersten, von Krems aus zur Rettung gesendet. Wie vom Donner berührt, ergriffen die Rebellen die Flucht; wenige Tage darauf nöthigte die Nachricht, daß Bucquoy und Dampierre den Mansfeld geschlagen und nun auf Prag losgingen, auch den Grafen Thurn zum schleunigen Rückzüge. — Nach Z Monathen erhielt Ferdinand Deutschlands Kaiserkrone; aber eilf Tage vor der Churfürstenwahl, die am 28. Aug. 1619 vor sich gegangen, wählten die Böhmen den Churfürsten von der Pfalz, Friedrich V., das Haupt der Union, zum Könige. Mit dieser Wahl und insbesondere mit der Einwilligung Friedrich's waren alle Parteyen gleich unzufrie- den; doch alles Abrathen half nichts. Er ließ sich am 15. Oct. zu Prag krönen, zog Truppen an sich, und übergab dem Fürsien Christian von Anhalt den Oberbefehl. Zum zweyten Mahle stand indessen Gabr. Bethlen drohend vor Wien; dem Grafen Bucquoy, der zum Entsatze herbeyeilte, folgte Thurn auf dem Fuße; doch auch dieses Mahl kam die Hülfe zur rechten Stunde. Hommonay's Sieg bey Kaschau zwangBethlen zur Rückkehr nach Ungarn; Thurn haus keineLust ohne Nethlen langer vor W ien auszuharren; er zog sich in die Winterqaurtiere zurück. Nun änderte sich plötzlich die Gestalt der Dinge. Spanien schickte Subsidien; sein Feldherr Spinola setzte sich mit 25,000 Mann in Bewegung gegen die Rheinpfalz, und brachte dadurch die Union in augenscheinliche Verlegenheit; Frankreich, das innererUn- ruhen wegen, dem Kaiser, wie es versprochen hatte, nicht helfen konnte, wollte wenigstens Vermittler seyn, und .so wurde die einzige Stütze Böhmens, die Union, genöthigt am 3. Iuly 1620 zu Ulm ei- nen Vergleich einzugehen, und der böhmischen Handel sich zu entschla« gen. So blieb Friedrich mit den Conföderirten sich selbst überlassen. Maximi l ian von Bayern siel nun in Osterreich ob der Enns ein, zwang die Landstande zurHuldigung und Ruhe, vereinigte sich beyZwettel mit Bucquoy und zog eilends auf Prag los. Der große Feldherr T i l ly rieth zur Schlacht, die dann auch den 3. Nov. 1620 am weißen Berge vor Prag vorsiel, und binnen einer Stunde mit dem vollkom- mensten Siege der Kaiserlichen und Liguisten endete. Friedrich's und Böhmens Schicksal war entschieden. Er mußte flüchten, erst nach Breslau, dann ins Brandenburgische; Prag sich auf Gnade und Ungnade ergeben. Der Hauptstadt folgte das ganze Land; beyde hul- digten unbedingt, und Mähren unterwarf sich auf gleiche Weise. Die Pfalz ward von Spinola größtentheils besetzt, und die Union durch den Mainzer Vertrag (12. April 1621) gänzlich getrennt. In Folge dieser Siege begann Ferdinand I I . die Gegenreformation in Böhmen und den übrigen Erbstaaten, hob die alten Privilegien auf, zog die Güter der Empörer ein, und verbannte für immer die Protestan- ten und ihre Prediger. Dieses und die Achtserklärungen des Churfürsten von der Pfalz (21. Iän. 1621), des Fürsten Christian von Anhalt, des Markgrafen von Brandenburg, Iagerndorf und A. erregten allent- halben große Bewegung; doch zunächst ohne Folgen. Es blieb nun
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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