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Neysalle auf. 1803 befand er sich aber wieder in B e r l i n , und 1808
4vurde er aus den Diensten des Fürsten von Isenburg nach Par is
in die Dienste des Herzogs von Ben event (Ta l leyrand) mit einem
ansehnlichen Gehalte als Concertmeister berufen. 1812 starb er zu
Par is / und hintevließ den Nuf eines der bedeutendsten Clavier- und
Harmonicaspieler und Comvositeurs. Als Compositeur zeigt er sehr viel
Eigenthümlichkeit, Neuheit, reiche Ersindung, i.nd ein Feuer, welches
eben auch in seinem trefflichen und eigentlich großen Spiel herrschte.
Jene Musikalien, die er für die Kirchenchöre geschrieben, sind noch im-
mer im Manuscripte, und der grösite Theil davon wird auf der St .
Barbarakirche in Kut te nberg, so wie auch an der Decanatkirche in
Czaslau aufbewahrt. Von seinen zahlreichen Arbeiten werden hier ge-
nannt: I'roiz 8on2te5 poui-ie ?!SN0lc)st6, avec 1'2ccornp2ßneineiit
li'un Violon et N2556. Kerlin, 1786.— Concert pour le (^lavecin.
Oeuvre 2Y. Offenbach, 1796. -— sonate3 pour le kianolorte.
Oeuvre ^t4. Bey Brei tkopf und Harte l in Leipzig. 1803. —
i t^uintuoi- poui- le ^ignolorte, avec accomp. cl'un Violon,
okliß. et <Ü0nti-el)9556 il6 lidit. Oeuv. 41. eb. —
le I^ianosoNe. Oeuv. 50. eb. — Pianoforte-Schule,
nach der engl. Original-Ausgabe, von dem Verfasser selbst verbessert,
und mit vielen practischen Beyspielen vermehrt, herausgegeben, eb.—
(Concert inilitaiie ^our le I^länosorte, avec
^6 lidilum) c^e <^eux Violcin8, ^l te, l^ 6'
5, l^ eux (^iarin^NeZ, ^eux l^ors et c '^une V2586, 21N81
execule au Concert c^e I'Opei-g^ et c^2N8 ie8 Oi-^t. au
n. Oeuv. 40. Paris, 1300. —
le rianolorte. 0cuv. 43. eb. !802.— 8ix
pe. Leipzig, 1802. — 8ix no^velle8 V^!8e8, pour le
lorte, 9vec: Violon et ^üte (96 libitum) , eb. 1305.
D u v a l , valent. Iameray, Bibliothekar des rcm. Kaisers
Franz 1. und Vorsteher des k. k. Münzcabinettes zu Wien , war
geboren 1695 zu Ar tonay, einem kleinen Dorfe in der Champagne,
.Sohn eines armen Bauers. Die Bildungsart dieses Gelehrten hat etwas
Romantisches an sich, und gehört zu den merkwürdigsten Erscheinungen.
Seine Iugendjahre brachte er unter Eremiten mit Viehhüten in der
freyen Natur zu, und erlangte durch unersättliche Wißbegierde allein
durch sich selbst die ersten Begriffe der Wissenschaften. Ein Abriß der
Arithmetik, der in seine Hände siel, interessirte ihn ungemein, und bald
hatte er under Stille des Waldes auch die ersten Ideen von Astrono-
mie aufgefasit, die er mit gvosier Vorliebe und anhaltendem Eifer ver-
folgte, so roher Hülfsinstrumente er sich auch bedienen mußte. Ein gli ck-
licher Zufall liesi ihn endlich die goldene Uhr und das Pettschaft eines
Englanders sinden, der ihn bey der Zurückgabe, desselben so reichlich
beschenkte, daß er sich bald eine nicht um edeutende Bibliothek anschaffen
und seinen Studien mit Muße nachhängen konnte. Zufällig wurde er^
mit dem Herzog Leopold rcn Lothringen (Vater des nachmahligen
Kaisers Franz I.) bekannt, der ihn zu seinem Bibliothekar und zum
der Kesckickle auf der Universität zu Lünevi l le ernannte. Als
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie