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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 370 -
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370 G h e l e n . — G i e l g e. Urtheile kunstverständiger Zeitgenossen, eine der schönsten Residenzen in Europa geworden wäre. Ghelen, Edle von. Unter dieser Firma entstand 1672 die bedeutendste Buchdruckerey Wiens, welche sich besonders durch die erste Herausgabe einer deutschen politischen Zeitung vieles Verdienst erwarb. Ihr Gründer war Johann von Ghelen, welcher 1645, aus alt- adelig - westphälischem Geschlechte zu Antwerpen geboren, um 1670 aus den Niederlanden nach Wien kam, 1672 die Buchdruckerey des Ioh. Bapt. Haquet kaufte und sich durch eifriges Streben solchen Ruhm erwarb, daß er nicht nur für den ersten Buchdrucker in ganz Oster- reich gehalten, sondern auch vom Kaiser Leopold I. das Diplom als k. k. italienischer Hofbuchdrucker erhielt, und durch Privilegium ermächtigt wurde, eine italienische und eine lateinische Zeitung herauszugeben. Später versuchte es G. auch, eine deutsche Zeitschrift zu gründen, welche in unbestimmter Zeitfolge, so oft sich etwas volitisch Wichtiges ereignete, herausgegeben wurde. Den 31. Iänn. 17l)3 endlich gab G. die erst« regelmäßige Zeitung unter dem Titel: Posttaglicher Mercurius, alle Mittwoche und Sonnabende, einen Bogen stark in Quartformat her- aus. Diese Unternehmung erfolgte als Wirkung eines öffentlichen An- schlages, in welchem die Regierung zu einer solchen Herausgabe auffor- derte, und demjenigen, welcher sich dazu entschlöße, sehr einladende Vor- theile zusagte. Schon den 8. Aug. desselben Jahres gab G. eine zweyte politische Zeitung: Das Wienerische Diarium, ebenfalls posttäglich im Quartformate heraus, welche in der Folge allein fortbestand, das Or- gan der officiellen Verlautbarungen wurde, darauf ihren Titel in k. k. pnv. Wiener Zeitung verwandelte, und seit 1813 in Folio, Sonn- und Fey« ertage ausgenommen, unter dem Titel: Österreichisch - Kaiserliche pri- vilegirte Wiener-Zeitung täglich erscheint. Nach dem Aussierben des männ- lichen Stammes der betriebsamen G.'schen Familie wird die Buchdru- ckerey unter der Firma: GH elen'sch eErb en von diesen mit vieler Energie fortgeführt. 1832 wurden zum Drucke der Wiener Zeitung / die seit diesem Jahre auch in noch größerem Formate erscheint, zwey Maschincn- pressen aufgestellt, die ersten, deren sich eine Wiener Buchdruckerey be- diente. S. W i e n e r Z e i t u n g. Ghir la, lombard. Dorf in der Delegation Como, hat eine Ma- jolica-Geschirrfabrik. Gh^mes, ungar. Flcckcu im Ncutraer Comitat, mit einem gräfl. Forgacs'schen Bergschlosse und Kastanienwaldungen. Gielge, I gn . , ist zu Poßnitz in Preußisch-Schlesten den 21. März 1765 geboren. Erstudirtc zu Troppau und Wien. Von 1786 bis 1795 war er bey verschiedenen Herrschaften in Niederösterreich im Kanzley- und Wirthschaftsfache bedienstet, und kam 1796 als Pfiegsver- weser nach Warenberg in Osterreich ob der Enns. 179? winde er Pfleger, Bezirkscommissär, Justiz-und Landgerichtsverwalter zu Wims- bach. 1814 kam er als Hofrichtcr der Herrschaft nach Lambach, trat I824aus, und lcbtjeht als beeideter Güter-C chädmeistcr in Linz. 1815 erhielt er vomKaiser Fra n z wegender im Kriege 1813 und 1814 dem Staate geleisteten vorzüglichen Dienste das silberne Civil-Ehrcnkr?»z.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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