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G i e s e c k e . — G i e s e k e . 871
Er schrieb: Topogr. histor. Beschreibung aller Städte, Markte, Schlös»
str lc. des Landes ob der Enns. 3 Bde. Wels 1814 — l5.
Giesecke, Carl Ludw. Ritter v., eigentlich Metzler, Ritter
des Danebrog - Ordens/ berühmter Mineralog, früher dramatischer
Schriftsteller, war geb. 1775 zu Augsburg.Sein Vater, eingeschickter
und wohlhabenderKleidermacher, Nahmens M etzler, bestimmte ihn, sei-
ner ausgezeichneten Talente wegen, welche sich schon in frühester Jugend
bemerkbar machten, zum Studiren. G. eröffnete seine akademische Laufbahn
auf der Universität zuAltdorf und sollte sich vorzugsweise der Iurispru»
denz widmen. Allein diese Wissenschaft harte keinen sonderlichen Neiz für ihn.
Dagegen beschäftigte er sich viel angelegentlicher mii Dichtkunst, Literatur
und Naturkunde; besonders aber war damahls seine Neigung für die Bühne
vorherrschend. Nach nothdürftig vollendeten Studien ging G. um 1790
nach Wien, um seiuer Lieblingsneigung ungestört folgen zu können,
betrat daselbst mit Beyfall die Bühne und wurde, nachdem er den Nah»
men Oiesecke angenommen hatte, auf dem Wiednerthearer unter
Schikaneder's Direction engagirt. Hier schrieb er auch einige Thea«
terstücke, welche damahls ziemlichen Beyfall fanden, und erhielt auch
den Titel eines Theaterdichters. Nebstbey vernachläßigte G. jedoch ernst«
haftere Wissenschaften nicht. Die herrlichen Sammlungen Wien's ga»
ben ihm Gelegenheit, sich mit allem Fleiß auf sein Lieblingsstudium,
die Mineralogie, zu legen. Um 1804 gab G. sein Engagement auf, wid«
mete sich ausschließend dieser Wissenschaft, machte viele Reisen und er»
langte endlich ausgezeichnete Berühmtheit im Fache der Mineralogie.
Mehr als 7 Jahre brachte er seit 1805 in Grönland und Island zu,
welche Länder er anfänglich mit einer dänisch - norwegischen Gesellschaft
besuchte, und in mineralogischer Hinsicht weit glücklicher, als alle
seine Vorgänger durchforschte. Ein von ihm in Grönland neu entdeckte«
Mineralkörper, welchen, dem Entdecker zu Ehren, die Naturforscher:
„Gieseckit" nannten, pflanzt seinen Nahmen nebst seinen Verdien-
sten auf die Nachwelt fort. 1819 brachte G. mehrere grönländische Na»
tur- und technische Merkwürdigkeiten nach Wien, die daselbst öffentlich
gezeigt wurden, und nun der k. k. ethnographischen Sammlung einverleibt
sind. Eigentlich sammelte G. auf des Directors vonSchreibers ausdrück-
liches und eifriges Verwenden für das Wiener Naturalien« Cabinet. G.
starb Anfangs 1833 zu Dub l in , als Professor der Mineralogie. Unter
seinen im Druck erschienenen theatralischen Werken sind die bemerkens-
werthesten: Der travestirte Hamlet, Burleske mit Arien und Chören.
Wien 1798. — Lutz von Unterstein, ritterliches Schauspiel. Wien und
Leipzig 1792. —Die Pfaueninsel, Oper, Wien 1799.— Der travestirie
Aneas, Wien 1799, letzteres ist nahmentlich ein sehr heiteres Erzeug-
niß seiner Laune u. a. in.
Gieseke, deut-
scher Dichter und geistlicher Redner, war geboren zuGüns in der Eisen-
burger Gespanschaft Ungarns, von protestantischen Ältern den 20. Feb.
1724. Bald nach seiner Geburt starb sein Vater, seine Mutter reiste mit ihm
nach Hamburg. Hier studirte er die ersten Schulen mit gutem Erfolge
und erwarb sich die Gunst des berühmten Brockes so wie Hagedor n's.
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie